Politik : Anti-Saddam-Treffen in Deutschland?

Die Führer der beiden wichtigsten irakischen Kurden-Fraktionen sollen bei einem Geheimtreffen in Deutschland mit US-Militärs und amerikanischen Geheimdienstmitarbeitern über Pläne zum Sturz des irakischen Präsidenten Saddam Hussein beraten haben. Die bisher rivalisierenden Kurden-Führer hätten bei dem Treffen in der Nähe von Berlin vor wenigen Tagen verabredet, "ihre Regierungen und ihre Milizen zu vereinigen", berichtete die arabische Tageszeitung "As-Sharq Al-Awsat" am Sonntag unter Berufung auf einen kurdischen Informanten.

Sie wollten auch mit einem gemeinsamen Programm bei einer größeren irakischen Oppositions-Konferenz in zwei Monaten antreten, hieß es weiter. Bei den Kurden-Führern handele es sich um den Chef der Patriotischen Union Kurdistans (PUK), Dschalal Talabani, und den Vorsitzenden der Demokratischen Partei Kurdistans, Massud Barsani. Barsani und Talabani kontrollieren mit ihren Milizen jeweils einen Teil des Kurdengebiets im Nordirak.

Die USA wollen dem Informanten zufolge einen Angriff auf Bagdad von den derzeit praktisch autonomen Kurdengebieten im Nordirak aus starten und hätten deshalb kürzlich ein Team in die Region geschickt, schrieb die Zeitung weiter. Das Team habe drei Standorte für Feldflughäfen ausgewählt, von denen aus amerikanische Flugzeuge die Militäraktion beginnen könnten. Die Amerikaner wollten die Militäroperation wahrscheinlich noch vor Ende des Jahres starten, hieß es. Auch westliche Militärexperten halten es für denkbar, dass die USA Bagdad bereits im kommenden Oktober angreifen wollen.

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