Anti-Terror-Kampf : Pakistanische Armee tötet dutzende Aufständische bei Luftangriffen

Die pakistanische Regierung geht gegen Taliban- und Al-Kaida-Kämpfer in der Grenzregion vor. Unter den Toten soll auch ein Verantwortlicher für den Anschlag auf den Flughafen Karachi sein. Ein Taliban-Sprecher kündigte bereits Vergeltung an.

Bei einem Taliban-Angriff auf den Flughafen Karachi am 10. Juni starben Dutzende Menschen (Archivbild).
Bei einem Taliban-Angriff auf den Flughafen Karachi am 10. Juni starben Dutzende Menschen (Archivbild).Foto: dpa

Die pakistanische Armee hat nach eigenen Angaben am Sonntag einen "umfassenden Einsatz" gegen Taliban- und Al-Kaida-Kämpfer in der Unruheregion Nord-Waziristan gestartet. Der Vorstoß richte sich gegen "ausländische und örtliche Terroristen", die sich in der Region versteckt hielten, erklärte Armeesprecher Asim Saleem Bajwa. Ein Militärvertreter vor Ort in Miranshah sagte der Nachrichtenagentur AFP, Luftwaffe, Artillerie, Panzer und Bodentruppen seien im Einsatz.

Bei den Luftangriffen sollen dutzende Aufständische getötet worden sein, darunter nach Angaben der Armee auch Verantwortliche des Angriffs auf den Flughafen von Karachi vor wenigen Tagen. Das Militär gab die Zahl der getöteten Islamisten bei den Angriffen in der Unruheregion Nord-Waziristan mit mindestens 80 an, Sicherheitskräfte vor Ort sprachen von etwa 150 Toten. Talibansprecher Shahidullah Shadid kündigte Vergeltung an.

Die halbautonomen Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan sind eine Hochburg des Terrornetzwerks Al-Kaida und anderer islamistischer Gruppen. In den vergangenen Jahren waren zahlreiche Islamisten aus Tschetschenien, Usbekistan, Turkmenistan und Tadschikistan nach Waziristan getrömt, um von dort aus Angriffe gegen westliche Truppen im benachbarten Afghanistan zu führen.

Die pakistanische Armee steht seit dem Angriff der Talibanorganisation Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) auf den Flughafen von Karachi unter Druck. Bei dem Anschlag, an dem nach Angaben der Taliban auch usbekische Extremisten beteiligt waren, wurden 38 Menschen getötet. Die TTP und andere islamistische Gruppierungen kämpfen seit dem Jahr 2007 gegen die pakistanische Regierung, tausende Menschen wurden seither getötet.

Anfang März hatten die pakistanischen Taliban eine Waffenruhe ausgerufen, um Friedensgespräche mit der Regierung in Islamabad zu erleichtern. Wenig später kündigten sie diese jedoch wieder auf. Seitdem gab es vermehrt Anschläge der Taliban und Angriffe der Armee auf Extremistenstellungen.

Bei US-Drohnenangriffen in Nord-Waziristan waren Mitte der Woche bereits 16 mutmaßliche Extremisten getötet worden. Zugleich flog die pakistanische Luftwaffe Angriffe auf mehrere Ziele in der Region und tötete dabei mindestens 25 mutmaßliche Aufständische. (AFP)

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