Anti-Terror-Krieg : Bush bezweifelt baldigen Frieden in Afghanistan

Der scheidende US-Präsident George W. Bush hat bei einem nicht angekündigten Besuch in Afghanistan am Montag Hoffnungen auf einen baldigen Frieden gedämpft: Die Herausforderungen seien hoch, doch der Einsatz müsse fortgeführt werden.

Bush und Karsai
Trotz ernstem Thema guter Dinge: Bush und Karsai. -Foto: dpa

KabulErnüchternde Worte: "Das wird ein langer Kampf", sagte Bush bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem afghanischen Staatschef Hamid Karsai in Kabul. Die Bedingungen in Afghanistan seien heute viel besser als noch im Jahr 2001, als eine US-geführte Koalition nach den Terroranschlägen vom 11. September die radikalislamische Taliban-Herrschaft stürzte, sagte Bush. Er dankte Karsai dafür, dass er dem afghanischen Volk vermittelt habe, dass "die Vereinigten Staaten hinter ihnen stehen".

Karsai sagte, sein Land sei "dankbar" für die Hilfe aus dem Ausland, wolle aber der internationalen Gemeinschaft nicht dauerhaft "zur Last fallen". Zugleich werde Afghanistan es nicht zulassen, dass die ausländischen Truppen das Land verließen, "bevor wir nicht wieder auf den Beinen sind, bevor wir nicht stark genug sind, unser Land zu verteidigen".

Einsatz in Afghanistan "ist unerlässlich"

Bush war am frühen Montagmorgen auf der US-Luftwaffenbasis Bagram bei Kabul vom Befehlshaber der internationalen Truppen in Afghanistan, David McKiernan, empfangen worden. In einer Rede vor Soldaten sagte Bush, der internationale Einsatz in Afghanistan sei unerlässlich, auch wenn die Herausforderungen hoch seien. Von den rund 70.000 ausländischen Soldaten, die derzeit in Afghanistan stationiert sind, kommen 33.000 aus den USA. 2008 war das bislang verlustreichste Jahr für die internationalen Truppen seit Beginn des Einsatzes.

Zuvor hatte Bush am Sonntag ebenfalls ohne vorherige Ankündigung den Irak besucht. Er unterzeichnete gemeinsam mit Iraks Regierungschef Nuri el Maliki noch einmal symbolisch das kürzlich vereinbarte Sicherheitsabkommen. Der Republikaner gibt sein Amt am 20. Januar an den Demokraten Barack Obama ab. Obama hatte bereits während seines Wahlkampfs angekündigt, die US-Truppen im Irak binnen 16 Monaten abziehen zu wollen. Zugleich der plant der künftige Präsident eine Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes, um gegen die wiedererstarkenden Taliban vorzugehen. (sba/AFP)

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