Anti-Terror-Razzia : Anschlag auf Sears Tower geplant?

Sicherheitskräfte in den USA haben bei einem Anti-Terror-Einsatz in Miami mehrere Verdächtige festgenommen. Die Verdächtigen sollen einen Anschlag auf den 442 Meter hohen Sears Tower in Chicago geplant haben.

Washington - Die Polizei nahm am Donnerstag (Ortszeit) in Miami im US-Bundesstaat Florida sieben Verdächtige fest, wie die Behörden mitteilten. Sie sollen einen Anschlag auf den 442 Meter hohen Sears Tower, den Sitz der Bundespolizei FBI in Miami, sowie andere Gebäude geplant haben. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden hatten die Männer den USA den "Krieg" erklärt und wollten einen "ebenso großen oder größeren" Schaden anrichten wie bei den Anschlägen des 11. September 2001.

Fünf der Festgenommenen sind den Angaben zufolge US-Staatsbürger, zwei stammen aus dem Ausland, davon einer aus Haiti. Wie aus dem Haftbefehl hervorgeht, gibt es aber offenbar keine Hinweise darauf, dass die Männer mit der Al Qaida in Verbindung standen. Allerdings sollen sie sich um Unterstützung durch das Terrornetzwerk bemüht haben. Auch hätten sie der Al Qaida ihre Treue gelobt. Mit dem Anschlag auf den 110-stöckigen Sears Tower, das dritthöchste Gebäude der Welt, habe die Gruppe nach Aussage eines ihrer Mitglieder "so viele Teufel töten" wollen wie möglich, sagte Justizminister Alberto Gonzalez. Für ihren "Krieg" hätten die Männer sich Ausrüstung wie Maschinengewehre, Uniformen, Stiefel, Radios und Fahrzeuge zu beschaffen versucht.

Gonzales warnte aus Anlass der Festnahmen, das aus den USA selbst stammende Terroristen zu einer ebenso großen Bedrohung werden könnten wie die Al Qaida. Nach Angaben des stellvertretenden FBI-Chefs John Pistole befanden sich die Planungen der Gruppe aber noch nicht in einem fortgeschrittenen Stadium. Die Gruppe wurde aber schon seit längerem von den Behörden beschattet. Ein V-Mann des FBI, der sich als Al-Qaida-Mitglied ausgegeben habe, habe im Dezember Kontakt zu dem mutmaßlichen Anführer der Gruppe mit dem Namen Narseal Batiste alias "Bruder Naz" aufgenommen, hieß es. In Gegenwart des V-Manns habe die Gruppe dann später auch dem Terrornetzwerk ihre Treue geschworen.

"Wir haben Soldaten in Chicago"

US-Medien zitierten Anwohner, nach deren Aussage die Männer einer Art Sekte angehörten, die in einem verlassenen Lagerhaus in einem Armenviertel von Miami wohnte, sich in Militäruniformen kleidete und exerzierte. Eines der Mitglieder der Organisation sagte dem Fernsehsender CNN, seine Gruppierung nenne sich "Seas of David" ("Meere Davids"). Die Angehörigen seien keine "Terroristen", sagte der Mann, der Rastalocken trägt und sich als Bruder Cory ausgibt. Seine Gruppe sei eine religiöse Organisation und studiere Allah und den Gottesdienst gemäß der Bibel. Zugleich deutete er Kontakte nach Chicago an: "Wir haben Soldaten in Chicago", sagte der Mann. Der Begriff "Soldat" beziehe sich dabei auf das körperliche und geistige Training gemäß der Bibel. (tso/AFP)

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