Politik : Antisemitismus: Islamische Verbände verurteilen Anschlag

Die islamischen Verbände in Deutschland haben den Anschlag auf die Düsseldorfer Synagoge durch Extremisten moslemischer Herkunft scharf verurteilt. "Wir sind darüber betroffen und erschrocken. Der Koran verpflichtet die Muslime, die Gotteshäuser anderer Religionen zu schützen und zu achten", sagte Ghulam Totakhyl, Generalsekretär des Islam-Rates in Deutschland, am Freitag.

"Wir distanzieren uns von der Tat gegen eine Glaubensgemeinschaft, mit der wir gut und eng zusammenarbeiten", sagte Totakhyl. Der Islam-Rat ist der Dachverband von 38 islamischen Verbänden in Deutschland. Zuvor hatte sich bereits die palästinensische Gemeinde in Deutschland von dem Brandanschlag scharf distanziert. Die Tat arabischstämmiger Extremisten sei mit "Bedauern und Abscheu" aufgenommen worden, teilte die Gemeinde am Freitag in einem Offenen Brief an den Zentralrat der Juden in Deutschland mit. Der Brandanschlag sei schädlich und primitiv. Die palästinensische Gemeinde werde gegen Rechtsextremismus kämpfen, gleichgültig welchen Ursprungs.

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, hatte nach der Aufklärung des Brandanschlags auf die Düsseldorfer Synagoge vor weiterer Gewalt gegen jüdische Einrichtungen gewarnt. Spiegel sagte, er fürchte, dass die Gefahr für jüdische Einrichtungen noch größer geworden sei. Es müsse mit einer Bündelung rechtsradikaler und fanatischer nahöstlicher Kräfte gerechnet werden.

Generalbundesanwalt Kay Nehm hatte am Donnerstag in Düsseldorf mitgeteilt, im Zusammenhang mit dem Anschlag von Anfang Oktober seien ein 19-jähriger staatenloser Jordanier und ein 20-jähriger Marokkaner mit deutschem Pass festgenommen worden. Beide seien weitgehend geständig.

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