Antisemitismus : Teheran zeigt Holocaust-Karikaturen

Als Antwort auf die von zahlreichen Moslems als verletzend empfundenen Mohammed-Karikaturen hat in Teheran eine Ausstellung über Holocaust-Karikaturen eröffnet.

Teheran - "Wir wollen herausfinden, wo für den Westen die Meinungsfreiheit endet," sagte der Direktor des iranischen Karikaturistenverbandes, Masud Schodschai. Er ist Mitorganisator der Ausstellung, die im Museum für zeitgenössische palästinensische Kunst in der iranischen Hauptstadt für ungefähr ein Monat 200 Karikaturen zeigt. Sie respräsentieren die Auswahl aus einem Wettbewerb, den eine iranische Zeitung im Februar ausgeschrieben hatte. Insgesamt waren 1100 Zusendungen aus 60 Ländern eingegangen.

"Sie können über den Propheten scheiben was sie wollen, aber wenn jemand den Holocaust in Zweifel zieht, muss er eine Strafe bezahlen oder ins Gefängnis", sagte Schodschai in Bezug auf den Westen weiter. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte in den vergangenen Monaten wiederholt die Ermordung von Millionen Juden während des Zweiten Weltkriegs in Frage gestellt und als "Mythos" abgetan.

Die dänische Zeitung "Jyllands Posten" hatte im vergangenen Herbst zwölf Mohammed-Karikaturen veröffentlicht, die Monate später von anderen Blättern nachgedruckt wurden und damit weltweit teils gewalttätige Proteste von Moslems auslösten. Die Zeichner der Karikaturen befinden sich nach Morddrohungen monatelang unter Polizeischutz. (tso/AFP)

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