Antisemitismus-Vorwürfe : CDU und Linke nehmen Augstein in Schutz

Das renommierte Simon-Wiesenthal-Zentrum nennt den Journalisten Jakob Augstein einen Antisemiten. Der hatte sich gegen die Kritik gewehrt und bekommt nun Unterstützung aus unterschiedlichen politischen Richtungen.

Freitag-Chefredakteur Jakob Augstein
Freitag-Chefredakteur Jakob AugsteinFoto: dpa

Linksfraktionschef Gregor Gysi und CDU-Bundesvize Julia Klöckner haben den Journalisten und Verleger Jakob Augstein gegen Antisemitismus-Vorwürfe der US-amerikanischen Menschenrechtsorganisation Simon-Wiesenthal-Zentrum verteidigt. Der Herausgeber der linken Wochenzeitung „Freitag“ sei ein herausragender kritischer Journalist, der teils berechtigte, teils unberechtigte Kritik an der Politik der israelischen Regierung übe, erklärte Gysi am Donnerstag auf dpa-Anfrage. „Deshalb aus ihm einen Antisemiten schmieden zu wollen, geht völlig fehl und unterstützt den schleichenden Antisemitismus.“

Man müsse endlich lernen, sich mit offen ausgesprochener Kritik in der Sache auseinanderzusetzen, meinte Gysi.

Auch die rheinland-pfälzische CDU-Chefin Julia Klöckner hält den Antisemitismus-Vorwurf nicht gerechtfertigt. „Wenn jemand in einer freien Gesellschaft Regierungen kritisiert, ist das sein gutes Recht“, sagte Klöckner am Donnerstag. „Wenn man daraus Antisemitismus ableitet, dann ist das sehr gewagt.“ Die US-Menschenrechtsorganisation Simon-Wiesenthal-Zentrum hatte den Herausgeber der linken Wochenzeitung „Freitag“ auf einer Rangliste der schlimmsten Antisemiten auf Platz neun gesetzt. Die rheinland-pfälzische CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzende Klöckner argumentierte, Augstein kritisiere die israelische Regierung und nicht die Juden. (dpa)