Antisemitismus-Vorwürfe : Künast weist Kritik Charlotte Knoblochs an Beschneidungsdebatte zurück

06.10.2012 13:01 Uhr
Renate Künast, Grünen-Fraktionsvorsitzende, verteidigt ihre Skepsis angesichts des schnellen "Ja" des Bundestags zur religiösen Beschneidung. Foto: dpa
Renate Künast, Grünen-Fraktionsvorsitzende, verteidigt ihre Skepsis angesichts des schnellen "Ja" des Bundestags zur religiösen Beschneidung. - Foto: dpa

Im Tagesspiegel-Interview beklagte Charlotte Knobloch vor einer Woche den Antisemitismus im Alltag - und prangerte dabei auch die Beschneidungsdebatte in Deutschland an. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast findet das nicht richtig.

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast hat die Warnung der früheren Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, vor Antisemitismus in der Beschneidungsdebatte zurückgewiesen. Es sei „problematisch“, wenn Knobloch „hinter allen Argumenten unterschiedslos Antisemitismus wittert“, sagte Künast dem Tagesspiegel. „Man darf sich aus Sorge um Kinder durchaus kritisch über religiöse Beschneidungen äußern, ohne einen antisemitischen Hintergrund unterstellt zu bekommen“, sagte Künast weiter: „Das weise ich ausdrücklich zurück.“ Knobloch hatte kritisiert, in der ausufernden Beschneidungsdebatte würden Besserwisser versuchen, die verschwindend kleine jüdische Existenz in Deutschland infrage zu stellen.

 

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