ANWAR AL AWLAKI : Prediger des Terrors

In den USA galt er als der nächste Osama bin Laden. Für das FBI war er ein Prediger des Terrors und der wohl eloquenteste Al-Qaida-Werber im Internet. Am Freitag wurde Anwar al Awlaki, der aus dem Jemen stammte und einen amerikanischen Pass besaß, im Norden Jemens durch die Rakete einer Drohne getroffen. Damit endete die jahrelange Jagd auf einen der gefährlichsten Terror-Ideologen, dessen Tötung Präsident Barack Obama im April 2010 ausdrücklich gebilligt hatte. Anwar al Awlaki stammte aus gutem Hause. Am 22. April 1971 kam er im US-Bundesstaat New Mexico zur Welt. 1978 kehrte er mit seiner Familie in den Jemen zurück, sein Vater wurde Landwirtschaftsminister und später Präsident der Universität von Sanaa. Zum Studium allerdings zog es Sohn Anwar 1991 zurück in sein amerikanisches Geburtsland. An der staatlichen Universität von Colorado ließ er sich zum Ingenieur ausbilden. Im kalifornischen San Diego schloss er ein Studium der Pädagogik an. Hier begann der theologische Autodidakt zu predigen. Irgendwann im Jahr 2000 lernte er Khalid al Midhar und Nawaf al Hamsi kennen, die beim Anschlag vom 11. September 2001 ihr Flugzeug in das Pentagon rammten. Der offizielle 9/11-Untersuchungsbericht sollte später feststellen, die beiden hätten Awlaki „als religiöse Leitfigur akzeptiert und eine enge Beziehung zu ihm unterhalten“. 2002 zog der junge Imam nach London. Seine Gefolgschaft wuchs, auch die Attentäter vom 7. Juli 2005, die bei Anschlägen auf die Londoner U-Bahn und einen Bus 52 Menschen töteten, gehörten offenbar zu seinen Zuhörern. Damals startete er auch eine eigene Website, seine Predigten auf CD und DVD verkauften sich glänzend. 2006 kehrte er in den Jemen zurück. Von hier aus zog er weiter seine Fäden. Nach dem „Tsunami der Veränderung“ des Arabischen Frühlings und dem Tod von Osama bin Laden empfahl sich Awlaki dann als der neue Chefideologe von Al Qaida. M.G.

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