Politik : Apec einigt sich auf Klimaziel ohne Grenzwerte für CO2

Sydney - Ranghohe Vertreter der 21 Apec-Staaten haben sich am Freitag auf eine gemeinsame Erklärung zum Klimawandel geeinigt. Wie Diplomaten am Rande des Treffens in Sydney mitteilten, enthält das sechsseitige Dokument keine bindenden Klimaschutzziele, sondern erwähnt lediglich das „Bestreben“ der 21 Mitgliedstaaten, die Energieintensität bis 2030 um 25 Prozent zu senken“. Die Energieintensität setzt den Energieverbrauch in Bezug zur Wirtschaftsleistung.

Die Erklärung, die bei dem am Samstag beginnenden Gipfeltreffen des Asiatisch- Pazifischen Wirtschaftsforums (Apec) unterzeichnet werden soll, bekräftigt den Angaben zufolge ebenfalls, dass die Vereinten Nationen der Hauptort für weitere Verhandlungen über den Klimaschutz bleiben sollten. Der Einigung sei ein heftiges Tauziehen zwischen Industrienationen und aufstrebenden Schwellenländern vorausgegangen, hieß es. „Die Verhandlungen sind äußerst schwierig“, sagte der australische Außenminister Alexander Downer am Freitagmorgen. Der Knackpunkt war, ob Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer gleichermaßen zu Anstrengungen beim Klimaschutz herangezogen werden sollen. Das wünschten ausdrücklich die USA und Australien. „Für eine effektive Klimapolitik muss China mit am Tisch sitzen“, sagte der amerikanische Präsident George W. Bush in Sydney. Chinas Präsident Hu Jintao hat aber in Sydney deutlich gemacht, dass für ihn nur ein Text infrage kommt, in dem die besondere Verantwortung der Industrieländer für das Klimaproblem deutlich wird.

Am Rande des Gipfels sprachen Bush und der russische Staatschef Wladimir Putin über den geplanten US-Raketenschild. Wie Putin im Anschluss an das einstündige Treffen mitteilte, wollen Experten beider Länder bald eine Radarstation in Aserbaidschan besichtigen. Sie war von Moskau als Alternative zum Bau eines Raketenstützpunkts in Polen und einer Radaranlage in Tschechien vorgeschlagen worden. Bush bezeichnete das Treffen mit Putin als „von beiden Seiten herzlich und konstruktiv“.

Australien und Russland haben am Freitag einen umstrittenen Millionenvertrag über die Lieferung von Uran für russische Atomkraftwerke unterzeichnet. Der australische Premierminister John Howard wies Befürchtungen von Atomgegnern zurück, dass das Uran in dritte Hände – etwa im Iran – fallen könnte. AFP/dpa

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