Politik : Appell an „Bild“

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Im Bundestag herrscht Unmut darüber, dass die „Bild“Zeitung mit ihrer Berichterstattung über Nebentätigkeiten von Abgeordneten Vorurteile gegen Politiker stärkt. Im Auftrag aller Fraktionen appellierte der parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Wilhelm Schmidt, am Donnerstag in einem Brief an Chefredakteur Kai Diekmann, den Abdruck der amtlichen Liste der Nebentätigkeiten einzustellen oder wenigstens in der Berichterstattung künftig zu differenzieren. Mit dem sechsten Teil der Aufstellung erreichte „Bild“ am Freitag den Buchstaben „D“. Die Verknüpfung der im Bundestagshandbuch aufgeführten unbezahlten „Nebenjobs“ mit einer „Raffke-Mentalität“ sei nicht in Ordnung und erzeuge „parlamentsfeindliche Reaktionen“ . Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) registriert pauschale Abgeordnetenbeschimpfungen von Bürgern. Besonders erbost sind die Politiker darüber, dass in diesem Zusammenhang auch ihre Ehrenämter anrüchig erscheinen. Sofern die Zeitung weiter durchschnittlich zehn Parlamentarier pro Ausgabe aufführe, „werden wir noch etwa 55 Tage die mehr oder weniger deutliche Verunglimpfung des Parlamentarismus erleben“, warnt Schmidt. „Wir drucken weiter“, sagte am Freitag ein „Bild“-Sprecher: „Wir geben eins zu eins wieder, was im Bundestagshandbuch veröffentlicht ist. Für diese Inhalte sind wir nicht verantwortlich.“ hmt

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