Politik : Appell für eine bessere Welt

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Hannover Mit einem ökumenischen Schlussgottesdienst vor 100 000 Menschen und einem Appell für eine bessere Welt ist am Sonntag der 30. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hannover zu Ende gegangen. Kirchentagspräsident Eckhard Nagel forderte eine „Globalisierung der Herzen“, um etwas gegen den „Skandal Armut“ auf der Welt zu tun. Gleichzeitig sprach er sich dafür aus, dass die Kirche politischer werden müsse, um christliche Werte im Alltag durchzusetzen. Die Devise laute „Mut und Bereitschaft zum Protest“, sagte Nagel. Dazu gehöre auch der Verzicht der Kirche auf starre Bilder und unfehlbare Antworten. Auf dem Kirchentag sei eine neue Kultur des Fragens und Nachdenkens entstanden. Die Botschaft sei klar: „Jeder kann etwas verändern“, sagte Nagel.

Auch der katholische Theologe Huub Oosterhuis aus den Niederlanden beklagte einen „Mangel an Herz“ in der Welt. „Der bestehenden Wirtschaftsordnung zuzustimmen, wäre Zynismus“, sagte Oosterhuis. Die herrschende Ideologie des freien Marktes sei schamlos. Sie zerrütte immer mehr die öffentliche Moral und höhle die Gewissen immer mehr aus. „Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass die gegenwärtige Welt mit ihren ausgefeilten Techniken der Ausbeutung und Erniedrigung und Schmerz die einzig mögliche ist“, fügte er hinzu und forderte eine gerechte Wirtschaftsordnung. Weitere Kirchenvertreter verschiedener Konfessionen und Länder baten in ihren Fürbitten um eine faire Firmenpolitik und friedliche Konfliktlösungen.

Das Treffen hat 13,3 Millionen Euro gekostet. Zum Abschluss luden der Trierer Bischof Reinhard Marx zum Katholikentag 2006 nach Saarbrücken und der rheinische Präses Nikolaus Schneider zum nächsten Evangelischen Kirchentag 2007 nach Köln ein. ddp/dpa

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