Politik : Arabische Liga bestätigt Heckenschützen in Syrien

Damaskus/Kairo - In Syrien sind nach den Beobachtungen der Arabischen Liga weiterhin Heckenschützen im Einsatz. Nach „jüngsten Berichten“ der Beobachter am Telefon werde in den aufständischen Städten aus dem Hinterhalt geschossen, sagte der Generalsekretär der Liga, Nabil al Arabi, am Montag in Kairo. „Das Schießen muss vollständig aufhören.“ Es war das erste Mal seit der Entsendung von Beobachtern nach Syrien am 27. Dezember, dass sich al Arabi selbst äußerte. „Es ist schwer zu sagen, wer auf wen schießt“, sagte al Arabi.

In den vergangenen Tagen hatte es widersprüchliche Aussagen zu Heckenschützen gegeben. Der die Beobachtermission leitende sudanesische General Mohammed Ahmed Mustafa al Dabi bestritt, dass eines seiner Teammitglieder die Präsenz von Heckenschützen in der Stadt Daraa bestätigt habe, die im Auftrag der Regierung in Damaskus handelten. Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte zuvor ein auf Freitag datiertes Video veröffentlicht, in dem ein Mann mit orangener Weste zu einer Menschenmenge in Daraa sagt: „Es gibt Heckenschützen, wir haben sie mit unseren eigenen Augen gesehen.“ General al Dabi soll der Arabischen Liga „innerhalb von zwei Tagen“ seinen ersten schriftlichen Bericht übermitteln. Al Arabi sagte, dass seit dem Beginn der Beobachtermission 3484 Häftlinge aus Gefängnissen freigelassen worden seien.

Auch wenn sich die Opposition in Syrien über die Arabische Liga enttäuscht zeigt, will sie doch keinen Abzug der Beobachter. Denn seit ihrer Ankunft haben sich noch mehr Menschen zu Demonstrationen auf die Straße gewagt.

Der Leiter der Beobachtermission, General Dabi, steht im Zentrum der Kritik. Er war ein Kompromisskandidat. Syrien hatte mehrere Vertreter anderer Länder abgelehnt, wie die Agentur dpa von Diplomaten erfuhr. Das Regime in Damaskus wollte niemanden, der Staaten wie Saudi-Arabien oder Katar nahesteht, die Sanktionen gegen Syrien vorangetrieben hatten. Nach seinem Eintreffen in Damaskus fand Dabi lobende Worte für das Regime von Präsident Baschar al Assad. In der umkämpften Protesthochburg Homs konnte er nichts Beunruhigendes entdecken.

Ägypten, Algerien und der Sudan wollen dem Assad-Regime noch eine Chance geben. Katar, Saudi-Arabien sowie die Revolutionsstaaten Tunesien und Libyen sind dagegen der Meinung, dass sich das Morden nur durch ein internationales Eingreifen beenden lässt. dpa/AFP

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