Politik : Arabische Liga ermutigt Protestierende „Drang zur Freiheit ist unumkehrbar“

Paris - Die Arabische Liga unterstützt nach den Worten ihres Generalsekretärs Amre Mussa den „Ruf der arabischen Völker nach Wandel“. Alle arabischen Gesellschaften wollten „das Ende des Autoritarismus, der Vetternwirtschaft, der Korruption“ sagte Mussa der Pariser Zeitung „Le Figaro“. „Die Arabische Liga will kein für alle seine Mitglieder gültiges Modell des Wandels vorlegen, doch sie bekräftigt, dass es einen Wandel geben muss. Dieser Drang der arabischen Völker zur Freiheit ist unumkehrbar.“ Mussa sagte weiter: „Die arabischen Völker haben gesehen, wie alle anderen Völker sich weiterentwickelt haben, um ins 21. Jahrhundert einzutreten, während sich bei ihnen nichts geändert hat. Ihre Enttäuschung war riesig.“ Der Arabischen Liga gehören 21 arabische Staaten aus Nordafrika und Vorderasien sowie die Palästinensische Befreiungsorganisation PLO an. Der Ägypter Mussa möchte bei der Präsidentenwahl im November in seiner Heimat antreten. Er wirbt für den Rückzug der Militärs aus der Politik und zumindest für die kommenden zehn Jahre für ein Präsidialsystem, das den Parteien Raum zur Entwicklung einräumt.

Im Jemen blieben am Samstag aus Protest gegen Präsident Ali Abdullah Saleh viele Geschäfte geschlossen. In der Hafenstadt Aden im Süden des arabischen Landes seien bis zu 90 Prozent der Läden und Märkte nicht geöffnet worden, berichtete ein Reuters-Journalist. Auch der Unterricht in Schulen finde nicht statt. Der seit 32 Jahren autoritär regierende Präsident lehnt die Forderung der Opposition nach sofortigem Rücktritt ab. Der um Vermittlung bemühte Golf-Kooperationsrat hat vorgeschlagen, dass Saleh einen Monat nach Vereinbarung einer Übergangsregelung die Macht an seinen Stellvertreter abgeben solle. Die Regierungspartei hat dem Plan nach Aussagen eines ranghohen Mitglieds am Samstag zugestimmt. Er sieht die Straffreiheit Salehs vor.

Ein vor fünf Tagen entführter prominenter algerischer Oppositioneller ist am Samstag tot in einem Gebäude der oppositionellen MDS-Partei in Oran aufgefunden worden. Unklar ist nach Angaben der Zeitung „El Watan“, unter welchen Umständen der 53-jährige Akademiker Ahmed Kerroumi gestorben ist. Unter dem Eindruck der Ereignisse in Tunesien, Ägypten und Libyen hat sich in den vergangenen Monaten auch in Algerien der Widerstand gegen das herrschende System und die sozialen Missstände im Land formiert. AFP/rtr/dpa

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