Politik : Arabische Welt fällt immer weiter zurück

Bericht der Vereinten Nationen verweist auf „wachsende Wissenskluft“ zu anderen Gesellschaften

Andrea Nüsse

Amman . Zwischen arabischen Gesellschaften und dem Rest der Welt besteht eine „wachsende Wissenskluft“. Das ist das Fazit des zweiten UN-Berichtes über die menschliche Entwicklung in der arabischen Welt, der am heutigen Montag vorgestellt wird. Demnach werden sich arabische Gesellschaften bald ausschließlich als „passive Konsumenten“ von fremdem Wissen und am „Rand der nächsten Phase der Menschheitsgeschichte“ wiederfinden, wenn nicht massiv in die Qualität von Ausbildung investiert und kreatives und kritisches Denken gefördert wird. Der UN-Bericht wurde von arabischen Wissenschaftlern und Intellektuellen erarbeitet. Der Bericht kritisiert die weitere Einschränkung von Freiheiten im Zuge der Bekämpfung des Terrorismus in der arabischen Welt. Die Autoren machen deutlich, dass der Islam an sich kein Hindernis zur Entwicklung einer Wissensgesellschaft darstellt, da er „fast“ eine religiöse Pflicht zum Lernen und zur Weiterbildung enthalte. Der Missbrauch der Religion für politische Zwecke könne aber „nicht länger toleriert werden“.

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