Politik : Arbeitgeber bezeichnen das Sofortprogramm gegen Jugendarbeitslosigkeit als wirkungslos

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Das Programm der Bundesregierung gegen Jugendarbeitslosigkeit hat nach Angaben von Bildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) bisher 437 000 Jugendliche erreicht. 250 000 von ihnen hätten durch die Beratung im Rahmen des Programms eine reguläre Beschäftigung oder eine Lehrstelle bekommen, sagte die Ministerin am Mittwoch nach der Kabinettssitzung in Berlin. 187 000 Jugendliche begannen Maßnahmen in dem Programm, 103 000 nehmen derzeit noch an solchen Maßnahmen teil. "Der Rest ist in normale Tätigkeiten vermittelt worden", erklärte Frau Bulmahn.

Arbeitsminister Walter Riester (SPD) sagte, "die Initiative soll Brücken in Arbeit und Ausbildung bauen, kann sie aber nicht ersetzen". Besondere Probleme gebe es noch in Ostdeutschland. Dort liegt das betriebliche Ausbildungsangebot in allen Regionen nach wie vor deutlich unter dem Bedarf. 9800 Jugendliche suchen dort noch eine Lehrstelle. Dem stehen 700 Ausbildungsplätze in Betrieben gegenüber. Da noch rund 7700 Plätze aus dem Bund-Länder-Sonderprogramm sowie aus Länderergänzungsprogrammen vorhanden sind, kann der Mehrzahl der Jugendlichen jedoch eine überbetriebliche Ausbildung angeboten werden.

In den westlichen Bundesländern sieht die Situation auf dem Ausbildungsmarkt wesentlich besser aus. Auf 100 Suchende gibt es dort 116 freie Lehrstellen. "Trotzdem kann man noch keine Entwarnung geben", sagte Ministerin Bulmahn, "weil wir noch ein erhebliches regionales Ungleichgewicht haben." Vor allem in den Stadtstaaten, im Saarland und im Ruhrgebiet gebe es immer noch flächendeckende Ausbildungsplatzdefizite.

Bulmahn und Riester wiesen die Kritik der Arbeitgeber zurück, wonach das Sofortprogramm gegen Jugendarbeitslosigkeit wirkungslos geblieben sei. Die Begleitforschung zeige, dass von 187 000 Programm-Teilnehmern nur 25 000 wieder arbeitslos geworden seien, sagte Riester. Angesichts der schwierigen Probleme auf dem Arbeitsmarkt sei das ein gutes Ergebnis. Bulmahn sagte, es seien auch viele Jugendliche erreicht worden, die bereits resigniert hätten. Diese seien bislang in der Statistik der Bundesanstalt für Arbeit gar nicht aufgetaucht.

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