Arbeitgeber und Gewerkschaften : Kritik an Rentenpolitik der SPD

Die rentenpolitischen Beschlüsse des SPD-Parteitags stoßen sowohl bei Arbeitgebern als auch bei Gewerkschaften auf Kritik. Die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände lehnt den Rentenbonus für über 60-Jährige ab.

BerlinAlexander Gunkel, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA), sagte dem Tagesspiegel:
„Das ist ein Verstoß gegen das Prinzip, dass gleiche Rentenbeiträge auch gleich hohe Leistungen nach sich ziehen“.

Auch den Vorschlag der SPD, dass Arbeitgeber mit höheren Einzahlungen in die Rentenkasse mögliche Rentenabschläge der Beschäftigten abfangen, sieht Gunkel kritisch. „Höhere Einzahlungen in die Rentenkasse sind zu teuer“, sagte der BDA-Vertreter. Private oder betriebliche Vorsorgelösungen seien sinnvoller. Kritik kommt auch vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). „Die Rente mit 67 bleibt ein schwerer Fehler, der auch nicht durch einige abmildernde Maßnahmen aus der Welt zu schaffen ist", sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach dem Tagesspiegel.

„Wir begrüßen zwar, dass die SPD unsere Vorschläge zu flexiblen Altersübergängen teilweise aufgegriffen hat. Insgesamt bleibt die SPD aber hinter dem Notwendigen und Machbaren zurück", kritisierte Buntenbach. So sei es eine schwere Enttäuschung, dass sich die SPD nicht klar für konkrete Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente entschieden hat. Der DGB fordert, dass Arbeitnehmer besser geschützt werden, die aus gesundheitlichen Gründen nicht bis 67 arbeiten können. „Es hilft nichts, wenn die 60-Jährigen, die noch einen Job haben, mehr Rente bekommen. Wichtiger ist die abzusichern, die sich für den Betrieb kaputt gemacht haben und nicht mehr können", kritisierte Buntenbach die SPD. Nach Meinung des DGB muss der Zugang zur Erwerbsminderungsrente erleichtert werden. Zudem fordert Buntenbach, die Abschläge bei der Erwerbsminderungsrente von derzeit bis zu 10,8 Prozent komplett zu streichen. (Tsp)

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