Politik : Arbeitgeber verteidigen Riester-Rente

Berlin - Die Arbeitgeber haben die Kritik an der staatlich geförderten Riester-Rente als „Aufruf zum Sozialleistungsmissbrauch“ zurückgewiesen. Es sei unverantwortlich, das Rentenmodell mit falschen Behauptungen madig zu machen und Bürger vom Abschluss eines Altersvorsorgevertrags abzuhalten, teilte die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) am Sonntag in Berlin mit. Das ARD-Magazin „Monitor“ hatte berichtet, für viele Geringverdiener werde sich Riester nicht lohnen, weil die Auszahlungen im Alter mit der Grundsicherung verrechnet werden. Bundesweit gibt es fast zehn Millionen Verträge. „Die Empfehlung, auf ergänzende Altersvorsorge zu verzichten, um sich im Alter durch Inanspruchnahme von Grundsicherung von der steuerzahlenden Allgemeinheit aushalten zu lassen, ist nichts anderes als der Aufruf zum Sozialleistungsmissbrauch“, hieß es von den Arbeitgebern.

Der Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, mahnt indessen zu raschen Korrekturen an der „Riester-Rente“. Er glaube nicht, dass die Regelung vor dem Bundesverfassungsgericht Bestand haben werde, sagte Gysi. Die Anrechnung der Privatvorsorge auf die Grundsicherung bedeute, dass diejenigen mit geringer Rente auch noch umsonst einbezahlen würden. Zugleich bekräftigte Gysi seine generelle Ablehnung dieser Vorsorgeform: Sie bedeute nichts anderes, als die Unternehmen aus der Pflicht zu entlassen, und alle Belastungen den Arbeitnehmern aufzubürden.dpa/ddp

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