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Arbeitgeberpräsident hatte Verkürzung gefordert : Ministerin Schröder verteidigt Elternzeit

Familienministerin Kristina Schröder hat dem Vorstoß von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt eine klare Absage erteilt: Mit ihr werde es keine Einschränkungen von Elterngeld und Elternzeit geben, sagte sie. Der "Respekt vor den Familien" gebiete das.

Mehr Kinderbetreuung, weniger Elternzeit - so sähen es die Arbeitgeber gerne.
Mehr Kinderbetreuung, weniger Elternzeit - so sähen es die Arbeitgeber gerne.Foto: dpa

Die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) ist mit einem Vorstoß zur radikalen Verkürzung der Elternzeit auf harsche Kritik gestoßen. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt schlug in der „Welt“ vor, die
Elternzeit stufenweise auf zwölf Monate abzusenken, sobald der Ausbau der Kinderbetreuung gewährleistet sei.

Am Montagmorgen erteilte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) dem Vorschlag in einem Interview im ARD-„Morgenmagazin“ eine klare Absage. Der „Respekt vor den Familien“ gebiete es, den Vätern und Müttern weiterhin Wahlfreiheit zu lassen, sagte Schröder. Wichtig sei, dass die Politik den Familien da keine Vorschriften mache.

Zudem verteidigte die Familienministerin das umstrittene Betreuungsgeld. 60 Prozent der Familien unter drei Jahren entschieden sich für einen anderen Weg als für eine Betreuung ihrer Kinder in einer Kita, sagte Schröder. Für sie werde es das Betreuungsgeld geben. Begriffe wie „Herdprämie“ oder „Bildungsfernhalteprämie“ regten sie da auf.

Hundt hatte seinen seinen Vorstoß damit begründet, dass Deutschland mit bis zu drei Jahren die im europäischen Vergleich längste Elternzeit habe. Dies wirke sich negativ auf die Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt aus, meinte Hundt

Schröder erklärte, mit ihr werde es keine Einschränkungen von Elterngeld und Elternzeit geben.

Die bayerische Arbeits- und Familienministerin Haderthauer warf Hundt ein schädigendes Verhalten für die deutsche Wirtschaft vor. „Die Kinder- und familienfeindlichen Äußerungen des Arbeitgeberpräsidenten richten schon länger einen enormen Imageschaden für die deutsche Arbeitswelt an und konterkarieren die zahlreichen Bemühungen unserer Arbeitgeber für eine familienfreundliche Arbeitswelt“, sagte die Ministerin am Sonntag in München.

Damit beweise Hundt, dass Kinder für ihn „reine Störfaktoren bei der Produktivität einer Gesellschaft“ seien, sagte Haderthauer. „Ehrlicher würde der Arbeitgeberpräsident agieren, wenn er gleich die Empfehlung ausgeben würde, aufs Kinder bekommen zu verzichten.“ (dapd)

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