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Arbeitslosigkeit : EU will Job-Garantien für Jugendliche

Wenn es nach der EU geht, sollen Menschen unter 25 in Mitgliedstaaten nie länger als vier Monate ohne Beschäftigung sein. Eine "Jugendgarantie" wäre vermutlich deutlich günstiger, als die Kosten der Jugendarbeitslosigkeit.

Jeder junge Mensch unter 25 Jahren in Europa soll nach dem Willen der EU-Kommission innerhalb von vier Monaten einen neuen Job haben oder eine Weiterbildung machen. Dazu hat EU-Arbeitskommissar Laszlo Andor am Mittwoch Vorschläge gemacht. Im Rahmen einer „Jugendgarantie“ sollen die Staaten dafür sorgen, dass jeder junge Mensch zügig einen neuen Job oder einen Ausbildungs- oder Praktikumsplatz hat oder sich weiterbildet.
„Es ist klar, dass die Eurozonen-Krise die Arbeitslosigkeit hochtreibt, und die junge Generation trifft es am schlimmsten“, warnte Andor. „Wir müssen jetzt in junge Leute investieren.“ In dreizehn EU-Ländern ist mehr als jeder vierte junge Mensch arbeitslos, in den Krisenländern Griechenland und Spanien mehr als jeder Zweite. Ein Drittel der jungen Arbeitslosen ist bereits seit mehr als einem Jahr ohne Beschäftigung.

Eine Jugendgarantie gibt es laut EU-Kommission zum Beispiel in Finnland. Der EU-Agentur Eurofound zufolge hätten dort 83,5 Prozent der jungen Jobsuchenden 2011 innerhalb von drei Monaten neue Arbeit gefunden. Dies sei insbesondere mit persönlicher Unterstützung bei der Suche gelungen. Die Betreuungskosten beliefen sich in Schweden, wo es ein ähnliches Modell gibt, auf 6600 Euro pro Jahr und Person, hat die Internationale Arbeitsorganisation Ilo ermittelt. Die 17 Länder der Eurozone würde die Einrichtung einer Jugendgarantie laut Ilo 21 Milliarden Euro kosten, 0,45 Prozent der Wirtschaftsleistung des Euroraums.

Die Kosten der Jugendarbeitslosigkeit seien jedoch viel höher, mahnt die EU-Kommission. Diese beziffert die EU-Agentur Eurofound auf 153 Milliarden Euro pro Jahr, das entspricht 1,21 Prozent der EU-Wirtschaftsleistung.
Die EU-Kommission will die Hauptstädte mit Geld aus dem Europäischen Sozialfonds unterstützen. Neben der Jugendgarantie schlug die Brüsseler Behörde Qualitätsleitlinien für Praktika vor und eine Stärkung dualer Ausbildungen.

Die „Jugendgarantie“ und die anderen Vorschläge sind aber nur Empfehlungen. Vorschreiben oder gar erzwingen kann die Europäische Union so etwas nicht. Die Mitgliedsstaaten selbst hatten bei ihrem Gipfeltreffen Ende Juni die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und insbesondere die „Initiativen der Kommission zu Jugendgarantien und Praktika“ zum „entscheidenden Aspekt“ erklärt. (dpa)

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