Arbeitsmarkt : Betriebe tun zu wenig für ältere Mitarbeiter

Nur 17 Prozent der deutschen Unternehmen bieten gezielt Maßnahmen für ältere Arbeitnehmer an, so das Ergebnis einer Studie. Angesichts des demografischen Wandels könnte das dramatische Folgen haben.

NürnbergDer Anteil der Betriebe, die gezielt Maßnahmen für Ältere anbieten, ist zwischen 2002 und 2006 von 19 auf 17 Prozent zurückgegangen, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg mit. Um die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten, müssten die Unternehmen aber bereits heute verstärkt in Gesundheitsförderung, Weiterbildung und Motivation investieren.

Die Zahl der 55- bis 64-Jährigen werde bis 2020 um rund 40 Prozent zunehmen, teilte das zur Bundesagentur für Arbeit gehörende Institut mit. Sich auf ältere Belegschaften einzustellen, sei die größte Herausforderung für die Betriebe in den nächsten 15 Jahren. Aus dem IAB-Betriebspanel - einer jährlichen Befragung von 16.000 Betrieben und Verwaltungen - gehe jedoch hervor, dass sich viele Betriebe bisher kaum auf die neue Situation am Arbeitsmarkt einstellen.

Nur ein Fünftel gab an, Gesundheitsprävention jenseits der gesetzlichen Mindestnormen zu praktizieren. Und auch bei diesem Fünftel bestanden die Maßnahmen in erster Linie aus Krankenstands- Analysen und Mitarbeitergesprächen. Bei der Weiterbildung sieht es ebenfalls schlecht aus. Nur wenige Betriebe bezögen Ältere in Weiterbildungsaktivitäten ein oder böten ihnen spezifische Maßnahmen an. Der Anteil sinke sogar.

Bei neu eingestellten Beschäftigten seien nur zehn Prozent älter als 50 Jahre, fanden die IAB-Forscher außerdem heraus. Damit sei die Altersgruppe bei den Neueinstellungen deutlich unterrepräsentiert. Dieses Ungleichgewicht sei aber auch darauf zurückzuführen, dass den Betrieben gar keine Bewerbungen Älterer vorliegen. "Diese rechnen sich entweder keine Chancen aus, oder sie haben sich bereits vom Arbeitsleben verabschiedet", schreiben die Autoren der IAB-Studie. (mit dpa)

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