Arbeitsmarkt : Leyen sieht Familientrend bei Firmen

Die Familienministerin beklagt, dass für Frauen die Hürden für Teilzeit noch zu hoch sind. Von der Leyen will jedoch bemerkt haben, dass sich in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft die Einstellung zu familienfreundlicher Unternehmenspolitik positiv verändert hat.

Cordula Eubel

Berlin - Deutsche Unternehmen sollten nach Ansicht von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) familienfreundlicher werden. „Die jungen, gut ausgebildeten Menschen gehen weg oder ziehen gar nicht erst an einen Standort, wenn die Arbeitsbedingungen nicht familienfreundlich sind“, sagte sie. Von der Leyen appellierte an die Unternehmen, flexiblere Arbeitszeiten zu ermöglichen. „Wir müssen die alten Muster aufbrechen, dass Teilzeitarbeit überwiegend weiblich ist und das Karriereaus bedeutet.“ Die „Hürden in den Köpfen“ seien in manchen Unternehmen noch groß. Die Ministerin zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass das 2007 eingeführte Elterngeld dazu beitrage, Teilzeit auch für Männer „hoffähig“ zu machen. Von der Leyen forderte darüber hinaus, dass der Anteil der Unternehmen, die betriebliche Kinderbetreuung anbieten, bis 2010 von derzeit 3,5 auf 10,0 Prozent steigen solle.

Nach Ansicht der Familienministerin haben sich zumindest die Einstellungen in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft in den vergangenen Jahren verändert. Eine familienfreundliche Betriebskultur zu schaffen, habe den „Almosencharakter“ verloren, sagte von der Leyen. So seien 84 Prozent der Topmanager laut Umfragen überzeugt, dass es der Gesamtwirtschaft nutze, wenn Unternehmen familienfreundlicher seien. Drei Viertel der Firmen schätzten die Bedeutung von Familienfreundlichkeit für das eigene Unternehmen als sehr wichtig oder wichtig ein. 2003 seien erst die Hälfte dieser Meinung gewesen. Von der Leyen verwies dabei auch auf das 2006 gegründete Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“, in dem sich inzwischen 2000 Betriebe engagieren.

Der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Thomas Straubhaar, sagte, für die Wettberwerbsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft sei es unvermeidlich, die vorhandenen Potenziale besser auszunutzen. Der Fachkräftemangel würde sich „auf einen Streich erledigen“, wenn Frauen entsprechend ihrer Qualifikation berufstätig sein könnten. Cordula Eubel

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben