Arbeitsmarkt : Müntefering will "Generation Praktikum" helfen

Bundesarbeitsminister Franz Müntefering will offenbar dagegen vorgehen, dass hochqualifizierte Praktikanten zunehmend Vollzeitkräfte ersetzen. So soll unter anderem künftig die maximale Dauer von Praktika festgelegt werden.

München - Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) will Presseangaben zufolge dagegen vorgehen, dass Unternehmen Hochschulabsolventen zunehmend nur als Praktikanten einstellen und damit Vollzeitkräfte ersetzen. Dazu erwäge der Minister auch eine Änderung des Berufsbildungsgesetzes, schreibt die "Süddeutsche Zeitung" laut einem Vorabbericht. Müntefering lasse derzeit prüfen, ob die Zahl solcher Praktika deutlich zugenommen hat und ob diese reguläre Stellen verdrängen. Die Gesetzesänderung könnte etwa darin bestehen, eine präzise Definition des Begriffs "Praktikum" in das Berufsbildungsgesetz einzufügen.

Der SPD-Arbeitsmarktexperte Klaus Brandner begrüßte die Initiative Münteferings. "Praktika müssen zeitlich begrenzt werden, so dass Arbeitgeber keinen Anreiz mehr haben, reguläre Arbeitsplätze durch Praktikantenstellen zu ersetzen", sagte Brandner der Zeitung. Die Gesetze sollten überprüft werden, ob hier Regelungsbedarf bestehe. Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende der Jungsozialisten in der SPD, Björn Böhning. Er schlägt vier Monate als maximale Dauer für ein Praktikum vor. Zudem fordert Böhning eine Selbstverpflichtung der öffentlichen Hand, um mit gutem Beispiel voranzugehen. (tso/ddp)

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