• Arbeitsmarktstudie: Jeder fünfte Ostdeutsche verdient weniger als 7,50 Euro in der Stunde

Arbeitsmarktstudie : Jeder fünfte Ostdeutsche verdient weniger als 7,50 Euro in der Stunde

Die Zahlen des Institut für Wirtschaftsforschung sorgen für neuen Zündstoff in der Mindestlohn-Debatte. In Ostdeutschland soll 2006 jeder fünfte abhängige Arbeitnehmer weniger als 7,50 Euro in der Stunde verdient haben.

Mindestlohn
Proteste gegen Niedriglöhne. -Foto: dpa

Jeder fünfte abhängig Beschäftigte im Osten hat laut Experten 2006 weniger als 7,50 Euro je Stunde verdient. In den alten Ländern war es jeder Zwölfte, wie das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) mitteilte. Daten für 2007 lagen den Angaben zufolge noch nicht vor. Hintergrund der Analyse, die auf der Befragung von mehreren tausend Haushalten in Deutschland basiere, sei die Diskussion zur Einführung eines Mindestlohns in Deutschland. Dabei werde vielfach von 7,50 Euro pro Stunde diskutiert. Das wären laut Institut bei einer 40-Stunden-Woche etwa 1300 Euro brutto im Monat. Wie sich der Arbeitsmarkt bei Einführung eines Mindestlohnes anpassen werde, sei weiter unklar.

Vermutlich seien aber Beschäftigte mit einem bislang geringeren Einkommen von Arbeitslosigkeit bedroht, besonders gering qualifizierte Erwerbstätige. "Sollte der Mindestlohn nicht durch ihre Produktivität gedeckt sein, dürften diese Arbeitsplätze tatsächlich wegfallen", hieß es weiter in der Mitteilung. Es sei möglich, dass Unternehmen bei Einführung eines Mindestlohnes mit mehr unbezahlten Mehrarbeitsstunden reagieren werden. Damit würde ein Teil der Beschäftigten überflüssig.

Laut Institut ist zudem nicht abschätzbar, wie sich Mindestlöhne auf den Anstieg der Arbeitskosten bei den Unternehmen insgesamt auswirken werden. Bei erhöhten Kosten würden Firmen aber versuchen, über die Anhebung der Preise ihre Erträge zu sichern. Dadurch würde aber das allgemeine Preisniveau angehoben und in der Folge der Reallohn sinken. "Das führt letztendlich dazu, dass das sozialpolitisch motivierte Ziel von Arbeit mit existenzsichernden Löhnen für alle nicht erreicht wird." (mbo/dpa)

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