Politik : Arche de Zoé gibt Fehler bei Rettung von Kindern zu

Paris - Die meisten der 103 Kinder, die eine französische Hilfsorganisation aus dem Tschad ausfliegen wollte, haben nach Informationen des französischen Außenministeriums Eltern. Zudem stammten sie nicht aus der sudanesischen Krisenregion Darfur sondern aus dem benachbarten Tschad, sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Die umstrittenen französische Organisation Arche de Zoé hatte bislang behauptet, die Kinder kämen aus Darfur und sie habe Papiere von den Dorfchefs, die belegten, dass die Kinder Waisen seien. Arche de Zoé räumte inzwischen ein, dass die Aktion einen „anarchischen Charakter“ gehabt habe, wie ihr Anwalt sagte. Die Organisation hatte nach eigenen Angaben zwei Monate eingeplant, um die Kinder auszusuchen, die sie bei französischen Gastfamilien unterbringen wollte. Derzeit befragen Mitarbeiter des Internationalen Roten Kreuzes (IKRK) die Minderjährigen, um Hinweise auf ihre Herkunft zu erhalten.

Unterdessen übte die EU-Kommission in scharfer Form Kritik an der angeblichen Rettungsaktion. „Dies ist ein Einzelfall und Ergebnis eines inakzeptablen Verhaltens“, sagte ein Sprecher in Brüssel. Die Hilfsorganisation habe nichts mit der EU-Kommission zu tun. „Wir wollen sehr klar machen: Das ist kein Projekt der EU und es gibt kein EU-Geld für diese Organisation.“ Die EU-Kommission arbeite im Tschad „seit langem mit einer Reihe von Nichtregierungsorganisationen, die in einer sehr schwierigen Umgebung äußerst professionell arbeiten“. AFP/dpa

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