Politik : ARD zeigt Samstag zwei Spiele live

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Von Joachim Huber

Als Kommentatoren für die beiden WM-Viertelfinalspiele wurden Wilfried Mohren (morgens) und Heribert Faßbender (mittags) angekündigt. Dass Kirch-Media das Übertragungsrecht verkauft hat, begründete Struve so: „Der Insolvenzverwalter war an weiteren Einnahmen aus der WM interessiert.“ Einen Kaufpreis nannte er nicht, aus anderer Quelle wurden 2,5 Millionen Euro genannt. Diese Summe muss Kirch-Media derart überzeugt haben, die bisherigen Exklusiv-Rechte des Bezahlsenders Premiere und die Lizenz des Privatsenders Sat 1 auf erste Free-TV-Bilder bei „Ran – WM-Fieber“ ruhen zu lassen.

Das Stillhalten von Premiere und Sat 1 hat einen Grund: die TV-Rechte an der Fußball-Bundesliga. Aus Verhandlungskreisen wurde bekannt, dass die ARD dem Privatsender Sat 1 den Vortritt lassen wird. Struve sagt: „Wir haben bisher überhaupt nicht mitgeboten.“ Die ARD hat nur indirekt über den Film- und Rechtehändler Herbert Kloiber der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ein Angebot von etwa 100 Millionen Euro für die Berichterstattung zur nächten Bundesliga-Saison via „Sportschau“ unterbreiten lassen.

Das indirekt übermittelte Angebot liegt etwa 20 Millionen über dem Gebot von Sat 1. Trotzdem wird die Bundesliga wohl weiter bei „Ran“ laufen – und zwar jeden Samstag ab 18 Uhr. In einer zweistündigen Sendung soll über sieben Spiele berichtet werden, „Ran“ am Sonntag wird sich den restlichen beiden Partien widmen.

Die ARD verzichtet damit auf ihren Traum von der wiederbelebten „Sportschau“ – allerdings nur unter einer Bedingung. Sat 1 soll sich nicht um die Live-Rechte für Heimspiele der deutschen Nationalmannschaft und Pokal-Spiele bemühen. Bisher hatte Sat 1 gedroht, um das so genannte Länderspielpaket mitbieten zu wollen.

Das Fernseh-Paket der Bundesliga, das Kirch-Media geschnürt hat, sieht nun so aus: Bundesliga live beim Pay-TV Premiere, alle Spiele und Tore im Free-TV zuerst bei Sat 1, weitere Berichte im Deutschen Sport-Fernsehen (DSF) und beim Internet-Portal Sport1. Die Zweitverwertung teilen sich dann ARD-„Tagesschau“, ZDF-„Sportstudio“ und die Dritten Programme. Das Paket hat ein finanzielles Volumen von 280 Millionen Euro pro Bundesliga-Saison. Vor der Kirch-Krise war der Bundeligs-Fußball im Fernsehen noch 320 Millionen Euro wert gewesen.

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