Politik : Argentinien stoppt Fleischexporte

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Berlin - Der argentinische Präsident Néstor Kirchner hat eine drastische Drosselung der Rindfleischexporte zur Zügelung der Inflation angeordnet. „Wir sind an keinen Exporten interessiert, die auf Kosten des Hungers der Argentinier gehen“, sagte er am Mittwoch in Buenos Aires. Die Ausfuhren des fünftgrößten Fleischproduzenten der Welt würden für 180 Tage eingestellt, teilte Wirtschaftsministerin Felisa Miceli mit. Zugleich wurden die Exportsteuern von 5 auf 15 Prozent angehoben. Die Fleischpreise in Argentinien waren seit Jahresbeginn um mehr als 27 Prozent gestiegen, weil die Nachfrage aus dem Ausland bei unveränderter Produktion stark angezogen hatten.

„Das ist eine typische Ad-hoc-Maßnahme von Kirchner“, sagt Jonas Wolff von der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung. Statt die Inflation ökonomisch zu bekämpfen, den Peso aufzuwerten und einen strikten Sparkurs zu fahren, tendiere Kirchner dazu, nach der überstandenen Krise des Jahres 2001, die Einnahmen politisch zu verwerten: zum Zwecke der Armutsbekämpfung. Verständlich, nennt Wolff das, „aber im Sinne wirtschaftspolitischer Nachhaltigkeit mindestens fragwürdig“. mis/dpa

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