Politik : Armee will im Libanon Härte zeigen

Beirut - Knapp eine Woche nach Ausbruch der Kämpfe zwischen Anhängern der prowestlichen Regierung und der radikalislamischen Hisbollah-Miliz im Libanon hat die Armee ein härteres Vorgehen angekündigt. Wenn nötig, werde sie nun Gewalt anwenden gegen alle Bewaffneten in der Öffentlichkeit, sagte ein Sprecher der Armee am Dienstag. Seit den Morgenstunden sei die Armee entschlossen, bei Bedarf gewaltsam gegen Bewaffnete vorzugehen, sagte ein Militärsprecher. Nach 9 Uhr Ortszeit (8 Uhr MESZ) habe es deshalb in den vom Militär kontrollierten Gebieten keine Zwischenfälle mehr gegeben. Die libanesische Armee war seit Dienstag im ganzen Land im Einsatz, um die Gewalt einzudämmen, bei der seit dem 7. Mai mindestens 61 Menschen starben. 198 weitere wurden in Beirut, Tripoli und der Drusenregion südöstlich der Hauptstadt verletzt.

Hisbollah-Milizen führten aber ihren „zivilen Ungehorsam“ fort und erhielten Straßensperren aufrecht. Insbesondere der Weg zum Flughafen südlich von Beirut sowie der Grenzübergang nach Syrien bei Masnaa waren davon betroffen.

US-Präsident George W. Bush sagte der libanesischen Armee Hilfe zu. „Es ist vermutlich der geeigneteste Weg, um ihm schnell zu helfen“, sagte Bush dem Fernsehsender Al Arabija mit Blick auf den libanesischen Regierungschef Fuad Siniora. Die internationale Gemeinschaft werde nicht zulassen, dass der Libanon erneut unter ausländische Vorherrschaft gerate, führte Bush an den Iran und Syrien gerichtet fort. Am Dienstag wollte Bush in den Nahen Osten reisen, wo er mit regionalen Regierungsvertretern die Hilfe für Siniora koordinieren will.

Auch Saudi-Arabien warnte den Iran vor einer Einmischung im Libanon. Sollte der Iran einen Staatsstreich im Libanon unterstützen, werde dies die diplomatischen Beziehungen zwischen Teheran und allen arabischen Staaten belasten, sagte Prinz Saud al Faisal in Riad. Auch der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert äußerte sich besorgt über die Lage im Libanon. Auslöser der jüngsten Gewaltwelle waren mehrere Regierungsmaßnahmen, die den Einfluss der Hisbollah im Land einschränken sollten. AFP

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