Politik : Armeeausbilder: Misshandlungen akribisch geplant

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Mainz/Coesfeld In der Affäre um misshandelte Bundeswehr-Rekruten in der Freiherr-vom-Stein-Kaserne im nordrhein-westfälischen Coesfeld hat einer der beschuldigten Ausbilder schwere Vorwürfe gegen seine Vorgesetzten erhoben. In einem am Montag veröffentlichten Interview mit dem ARD-Politmagazin „Report Mainz“ erklärte er, die Bundeswehr-Zugführer hätten die Übungen „akribisch vorbereitet“ und angeordnet. Sie sollen auf eine geplante neue Richtlinie für die Grundausbildung verwiesen haben, die angeblich auch Übungen mit Geiselnahmen vorsehe. Der Sprecher des Heerestruppenkommandos, Withold Pieta, betonte dagegen, die Richtlinie beinhalte zwei Stunden Theorie, aber keine Praxisausbildung.

Dem Ausbilder zufolge seien sich viele Beschuldigte nicht bewusst gewesen, gegen Vorschriften verstoßen zu haben. Am Tag nach der Übung sei eine Nachbesprechung mit allen Rekruten einberufen worden. Aber niemand habe sich gegen die Anordnungen der Vorgesetzten gewehrt, die Rekruten hätten entweder geschwiegen oder sich positiv geäußert. ddp/dpa

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