Politik : Armenien und Aserbaidschan: Neuer Streit um Berg-Karabach

Moskau - Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew und dessen Familie waren gestern in Berg-Karabach, um persönlich zu kondolieren. Bei Positionsgefechten mit armenischen Kontingenten an der Demarkationslinie zu Wochenbeginn gab es auf beiden Seiten insgesamt 16 Tote und Dutzende Verwundete. Der Zwischenfall ist die bisher schwerste Verletzung der Waffenruhe, die die südkaukasischen Ex-Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan 1994 unter Ägide der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa OSZE aushandelten. Vier der gefallenen aserbaidschanischen Offiziere – alle nur 20 Jahre alt – kamen im gleichen Jahr zur Welt, als der Konflikt um die mehrheitlich von Armeniern bewohnte, aber zu Aserbaidschan gehörende Exklave zu blutigen Kämpfen eskalierte. Eine Friedensregelung scheiterte bereits mehrfach an den einander ausschließenden Positionen der Konfliktparteien: Aserbaidschan will über den künftigen Status der Region erst verhandeln, wenn Armenien den sogenannten Latschiner Korridor zurückgibt: Gebiete, die nicht zu Karabach gehören, von Armenien jedoch okkupiert wurden, um die Verbindung zur Exklave herzustellen. Armenien besteht auf Verhandlungen ohne Vorbedingungen. Schüsse gab es in der Vergangenheit öfter, regelrechte Gefechte wie jetzt sind ein Novum. win

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