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Massive Zweifel an der Sicherheit der WM-Stadien

Stiftung Warentest findet „beträchtliche Mängel“ „Verheerende Folgen“ im Fall einer Panik befürchtet
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Fünf Monate vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hat die Stiftung Warentest Sicherheitslücken in WM-Stadien aufgedeckt. Bei einer Prüfung der zwölf Spielstätten wurden „teilweise beträchtliche“ Mängel festgestellt, teilte das Institut mit. Diese könnten im Falle einer Panik „verheerende Folgen“ haben. Details will die Stiftung erst am 19. Januar bekannt geben. Dann sollen auch Defizite beim Brandschutz erläutert werden.

Das WM-Organisationskomitee (OK) reagierte beunruhigt. „Die Untersuchung fand in Absprache mit uns statt. Die Ergebnisse sind uns aber nicht bekannt“, sagte OK-Vizepräsident Horst R. Schmidt. Nach Informationen des Tagesspiegels hat das OK von den Stadionbetreibern jetzt Informationen zur Sicherheit angefordert, die Berichte sollen Anfang kommender Woche vorliegen. Die Stiftung Warentest soll den Betreibern bereits Details der Studie vorgelegt haben.

In mehreren Stadien waren zuletzt Baumängel zutage getreten. Das Faltdach der Arena in Frankfurt am Main hielt beim Finale des Confed-Cups im Juni 2005 dem starken Regen nicht stand, das Spielfeld wurde überschwemmt. Der Vorfall wiederholte sich bei einem Bundesliga-Spiel. Das Stadion in Kaiserslautern musste sogar für einen Spieltag gesperrt werden, nachdem Risse im Dach entdeckt worden waren. Erst nach der Absicherung mit Stützpfeilern gaben die Behörden die Arena wieder frei. In Nürnberg rieselte Putz vom Oberrang. Die Statikprobleme wurden nach einem „Hüpftest“ mit mehreren Hundert Fans behoben. Der Fußball-Weltverband Fifa kündigte daraufhin neue Untersuchungen der Stadien an. „Bei den Organisatoren brennt die rote Lampe“, sagte Fifa-Präsident Joseph S. Blatter im Dezember. Alle Stadien mit Ausnahme von Kaiserslautern und Stuttgart sind fertig gebaut und müssen kurz vor der WM temporär umgerüstet werden. Polizei und Feuerwehr nehmen bis zum Eröffnungsspiel am 9. Juni in jeder Arena Katastrophenübungen vor.

Die Stiftung Warentest hat die Stadien vor allem im Hinblick auf eine mögliche Massenpanik untersucht. „Wichtig war, wie schnell man evakuieren kann“, sagte die Sprecherin der Stiftung, Heike van Laak. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen wurden die Sichtbarkeit von Fluchtwegen sowie mögliche Stolperfallen überprüft. Auch sollte getestet werden, ob randalierende Fans Sitzlehnen aus der Verankerung reißen können.

Bereits 1985 und 1988 hatte die Stiftung Warentest die Stadien überprüft. Im Berliner Olympiastadion wurden damals erschwerte Fluchtwege bemängelt. Zwischen Rängen und Rasen befindet sich ein zwei Meter tiefer Sicherheitsgraben. Dieser wurde auch beim Stadionumbau beibehalten, da die Fifa verhindern will, dass Fans auf den Platz laufen. Während des Confed-Cups waren in mehreren Arenen Flitzer auf den Rasen gelangt. Für den Katastrophenfall ist in Berlin geplant, den Graben mit Rampen zu überbrücken. „Die Brücken liegen bei den Spielen bereit“, sagte Berlins WM-Beauftragter Jürgen Kießling. Bei einer Panik müssten sie aber erst aufgebaut werden.

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