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Bizarr: Neonazis feiern Israel

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Berlin - In der vom Verfassungsschutz als äußerst gewalttätig eingestuften Neonazi-Fraktion der „autonomen Nationalisten“, die den linken Autonomen nacheifert, bildet sich offenbar eine besonders bizarre Gruppierung. Im Internet haben „Nationale Sozialisten für Israel“ eine Art Manifest präsentiert, in dem mit rassistischem Vokabular die Juden als „gesundes und starkes Volk“ gefeiert werden. Außerdem habe es in der Diaspora erfolgreich seine „völkische Identität gewahrt“.

Der Text, kombiniert mit dem Bild einer schwarz-weiß-roten Reichsfahne, in die ein Davidstern montiert wurde, ruft in der rechten Szene erwartungsgemäß heftige, oft krass antijüdische Reaktionen hervor. Außerdem wird der Verdacht geäußert, es handele sich um einen „Fake“. Verfassungsschutzkreise schließen jedoch nicht aus, dass der Text von Rechtsextremisten stammt.

Dazu passt, dass die anonymen Autoren ähnliche Parolen präsentieren wie Neonazis beim Thema Ausländer. Die „Nationalen Sozialisten für Israel“ sind, auch mit antisemitischen Tönen, gegen die „Vermischung“ der Völker und wollen homogene Nationen. Der so genannte Ethnopluralismus ist eine Standardformel des rechten Spektrums. Deshalb finden sich nun in Neonazi-Foren auch Stimmen, die den „Nationalen Sozialisten für Israel“ beipflichten. „Der deutsche Nationalismus muss sich endlich vom dogmatischen Antisemitismus befreien“, schrieb ein Rechtsextremist auf der Altermedia- Homepage. Ein anderer verwies auf Parallelen zu den links-autonomen „Antideutschen“, die pro Kommunismus, USA und Israel agitieren. Frank Jansen

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 17.05.2008)
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Kommentare [ 2 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von psychonaut psychonaut ist gerade offline | 18.5.2008 9:39 Uhr
Eine "Leitkultur" auch in Israel?
Es scheint, daß es so was gibt. Allerdings sieht sie anders aus als in Deutschland, das immer noch die Selektion innerhalb seiner Reihen anstrebt. Die "völkische Identität" scheint geistiger Natur zu sein, wovon der Artikel spricht, aber inzwischen herrscht Heterogenität bei der "Astralität" der Israelis, die sich nicht nur auf die Nationalität erstreckt.

Hier bahnt sich eine neue Sicht der Sachen an.

Euer


Luis
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von titanic titanic ist gerade offline | 18.5.2008 19:23 Uhr
Meschuggene gibt es leider überall
So lange sie lediglich kleine bizarre Randgruppen bilden, besteht für die demokratische Mehrheitsgesellschaft keine Gefahr.

In Israel flog kürzlich eine kleine bizarre Neonazigang auf, die Hitler verehrt, antisemitische Hetze verbreitete und rassistische Gewaltaten verübt hatte.

Durchaus vorstellbar, dass einige rassistische deutsche Extremisten sich nun proisraelisch geben, um damit z.b. muslimische Migranten zu ärgern.

Mit dem realen Israel haben solche meschuggenen pseudo-proisraelischen Projektionen nichts zu tun.
Ebensowenig wie die offen antiisraelischen Projektionen der meisten anderen diversen recht- und linksextremen, islamistischen und sonstigen Meschuggenen.

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