Frankreichs Einwanderer aus den Anrainerstaaten, die nicht zur EU gehören, stehen dem Projekt der Mittelmeerunion bislang skeptisch gegenüber. So befürchtet Ali al Baz, der Vertreter des Vereins
maghrebinischer Arbeiter in Frankreich (ATMF), dass die Union sich nur um
Wirtschaft,
Handel und
Sicherheit kümmern wird. Vereine wie der ATMF rechnen nach den Beratungen der EU-Innenminister über einen europäischen Einwanderungspakt mit einer Politik, die sich stark gegen illegale Immigranten richten wird. Die Vereine fordern, dass die Mittelmeerunion sich auch für
Menschenrechte und
Meinungsfreiheit in den Anrainerstaaten starkmacht. Umit Metin vom Verband der Türken in Frankreich (Racort) sagt: „Diese Union macht uns skeptisch, weil sie keine Initiative der mediterranen Staaten ist.“ Nach seiner Ansicht ist die Gründung der Mittelmeerunion eine Art Wiedergutmachung dafür, „dass Frankreich die Türkei als neuen EU-Mitgliedstaat ablehnt“. Marie Masi
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 12.07.2008)
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