Artenschutz : EU-Kommission verbietet industriellen Fang von Thunfisch

Im Mittelmeer und im Ost-Atlantik müssen die Thunfisch-Fangflotten ab kommenden Montag und für den Rest des Jahres im Hafen bleiben. Das hat die EU-Kommission beschlossen. Grund: Die Anrainerstaaten haben ihre Fangquoten schon ausgeschöpft.

BrüsselDie EU-Kommission hat den Fang des stark dezimierten Blauflossen-Thunfischs im Mittelmeer und im Ostatlantik für dieses Jahr vorzeitig für beendet erklärt. Die Fangquote für den auch als Roter Thun bekannten Fisch sei fast erreicht, teilte die EU-Behörde am Freitag in Brüssel mit. Mit der Entscheidung wird der sogenannte Thunfisch-Ringwadenfang der Fischfangflotten aus Griechenland, Frankreich, Italien, Zypern und Malta vom kommenden Montag an verboten. Vom 23. Juni an dürfen auch die spanischen Fischer für den Rest des Jahres keinen Blauflossen-Thunfisch mehr aus dem Meer holen. In der Hochsaison im Juni fischen die Thunfisch-Fänger bis zu 550 Tonnen am Tag.
 

"Der Stopp der Ringwaden-Fischerei ist notwendig, um die bedrohten Bestände zu schützen und ihre Erholung zu ermöglichen", erläuterte die Kommission. Bei der Ringwadenfischerei werden ganze Fischschulen mit Netzen umkreist und aus dem Wasser gezogen. Gut zwei Drittel des Blauflossen-Thunfischs werden so gefangen. Auch viele andere Meerestiere gehen bei der Ringwadenfischerei als sogenannter Beifang ins Netz und verenden. Der Rote Thun gehört zu den wertvollsten Meeresfischen. Er kann bis zu 700 Kilogramm schwer werden und schneller schwimmen als ein Rennpferd galoppieren kann. Er ist vor allem in der japanischen Küche begehrt. (mga/afp)

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