Asem-Außenministertreffen : Steinmeier kritisiert Demonstranten

Nach der Demonstration mehrerer tausend Globalisierungsgegner gegen das Asem-Außenministertreffen hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier die Proteste in Bezug auf den nahenden G-8-Gipfel in Frage gestellt.

Hamburg - Ungeachtet des Rechtes auf Demonstrationsfreiheit stelle sich die Frage, "warum demonstriert man eigentlich gegen eine Konferenz, in der Europäer und Asiaten versuchen, gemeinsam das Augenmerk auf die verschiedenen Konfliktherde dieser Welt zu richten", betonte Steinmeier zur Eröffnung der Asem-Plenarsitzung im Festsaal des Hamburger Rathauses. Er verwies darauf, dass bereits am Vorabend Krisenherde wie Afghanistan, Iran und Irak Thema des Treffens gewesen seien und man heute über den Nahost-Konflikt reden wolle.

Steinmeier sagte, es sei "geradezu eine Pflicht, in einer Situation, in der wir auf dieser Welt viel zu viele Konflikte haben, nach Partnern zur Lösung von Konflikten zu suchen". Er wertete es als großen Erfolg, dass in Hamburg 46 Mitglieder am Tisch säßen, die zu Konfliktherden gemeinsame Ansichten austauschten. "Das ist ein Wert an sich, und den sollten wir verteidigen, auch vor denjenigen, die das kritisieren, wenn auch vielleicht nicht im vollen Wissen über das, was wir hier tun", sagte der Außenminister.

Auftakt des Treffens begleitet von Protesten

Als Themen des zweiten Beratungstages standen Maßnahmen gegen den Klimawandel, Probleme der Energieversorgung und Fragen des Antiterrorkampfes auf dem Programm. Der Auftakt am Montag war begleitet von massiven Protesten. Nach Polizeiangaben demonstrierten rund 4000 Globalisierungsgegner gegen Asem und den G8-Gipfel in Heiligendamm. Am Abend war es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen von Linksautonomen mit der Polizei gekommen.

Zu Asem (Asia-Europe Meeting) gehören neben den 27 EU-Staaten auch Japan, China, Indien, Mongolei, Pakistan, Südkorea sowie die zehn Länder des Asean-Staatenbundes Indonesien, Malaysia, Philippinen, Singapur, Thailand, Brunei Darussalam, Vietnam, Myanmar, Laos und Kambodscha. (tso/ddp)

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