Politik : Asylbewerber in Schweden verstümmeln sich Hunderte Migranten wollen Erfassung erschweren

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(dpa). Hunderte Asylbewerber in Schweden haben sich nach Medienberichten ihre Fingerkuppen verätzt oder verbrannt, um eine Identifizierung zu verhindern. Ein Experte sprach am Freitag im schwedischen Rundfunk von mindestens 400 Fällen. Für viele Asylbewerber sei es eine einfache Abwägung, sagte der Regierungsexperte Bengt Hellström. „Der relativ kurz anhaltende Schmerz zahlt sich aus, wenn man es vielleicht erlaubt bekommt, ein ganzes Leben lang in Schweden zu bleiben“, sagte er.

Innerhalb der Europäischen Union werden die Fingerabdrücke von Asylbewerbern in der zentralen EurodacDatenbank gesammelt, um zu verhindern, dass in einem Staat abgelehnte Bewerber dann in einem anderen Land Zuflucht suchen. Allein in Schweden wurden so die Fingerabdrücke von 21 000 Asylbewerbern gesammelt.

Im schwedischen Rundfunk schilderte ein 18-jähriger Asylbewerber aus Somalia, wie er sich die Fingerkuppen verbrannte. „Ich habe den Herd angemacht und gewartet, bis die Platten heiß waren. Dann habe ich alle zehn Finger darauf gelegt.“ Der 18-Jährige war nach eigenen Angaben aus Italien gekommen, wo ihm die Fingerabdrücke abgenommen worden waren. Er sei dann aber nach Schweden weitergereist, weil die Asyl-Möglichkeiten dort besser gewesen seien.

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