Athen : Krawalle in Griechenland gehen weiter

Zwei Wochen nach dem tödlichen Schuss auf einen Jugendlichen in Athen ist es in der Nacht zum Sonntag in der griechischen Hauptstadt erneut zu Ausschreitungen gekommen.

AthenRund 150 Vermummte bewarfen die Polizei mit Brandbomben und zündeten Mülltonnen an. Die Beamten setzten Tränengas ein. Randalierer attackierten zwei Banken sowie zwei staatliche Gebäude. Sieben Polizeiautos gingen in Flammen auf. Die Unruhen dauerten bis zum frühen Sonntagmorgen. Am Samstagabend hatten Demonstranten auch den rund 18 Meter hohen künstlichen Weihnachtsbaum auf dem zentralen Athener Syntagmaplatz mit Müll beworfen und skandierten „Das haben eure Weihnachten verdient“. Die Polizei ging mit Tränengas gegen die rund 200 Demonstranten vor. Umfragen deuteten unterdessen auf einen Einbruch bei der Unterstützung für die regierende Nea Dimokratia und Premier Karamanlis hin. Nach einer in der konservativen Zeitung „Kathimerini“ veröffentlichten Umfrage würden die oppositionellen Sozialisten unter Giorgos Papandreou bei Neuwahlen 38,5 Prozent der Stimmen erhalten. Die Nea Dimokratia würde dieser Umfrage zufolge nur 32,5 Prozent bekommen. In Athen wurde daher mit einer baldigen Regierungsumbildung gerechnet. Landesweit kam es am Wochenende in Griechenland zudem zu Besetzungen von lokalen Radiostationen. Die Besetzer sendeten Erklärungen, in denen sie die Polizei, die Konsumgesellschaft und Vetternwirtschaft anprangerten. dpa

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben