Atom-Streit : Al Baradei: Iran muss alle Fragen beantworten

Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde hat von Iran völlige Transparenz im Zusammenhang mit dessen umstrittenen Atomprogramm gefordert.

WienDie völlige Aufklärung aller noch offenen Fragen nach dem fast 20 Jahre lang geheimen Atomprogramm sei die wichtigste Voraussetzung für die Vertrauensbildung gegenüber Teheran, meinte Generaldirektor Al Baradei zum Auftakt der 51. Jahresversammlung der Atomenergiebehörde IAEA in Wien. Umfassende Zusammenarbeit mit der Behörde werde die Glaubwürdigkeit der iranischen Versicherungen erhöhen, dass das Atomprogramm friedlicher Natur sei.

Teheran hat mit der in Wien ansässigen UN-Behörde einen Zeitplan für die vollständige Aufdeckung seines Atomprogramms verabredet. Vor allem die EU-Länder, aber auch die USA befürchten jedoch, dass der Iran den Plan nur dazu benutzt, um mögliche neue Sanktionen des Weltsicherheitsrats gegen das Land zu verzögern. Bei der Gouverneursratssitzung der IAEA in der vergangenen Woche war Al Baradei von der EU und den USA indirekt dafür kritisiert worden, den Zeitplan ohne Konsultationen mit EU-Vertretern oder Washington abgeschlossen zu haben.

Al Baradei betonte zum Auftakt der einwöchigen Jahresversammlung das weltweit wachsende Interesse an der friedlichen Nutzung der Kernenergie. Diese habe angesichts des Klimawandels und der Sorgen um die Sicherung der Energieversorgung neuen Auftrieb erhalten. Der IAEA-Chef forderte in diesem Zusammenhang erneut multilaterale Garantien für die Versorgung von Nicht-Atomstaaten mit atomarem Brennstoff. Am Sonntag hatten sich in Wien insgesamt 16 Staaten unter Führung der USA zu einer Initiative zur friedlichen Nutzung der Atomenergie zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist es, die friedliche Nutzung der Atomenergie unabhängig abzusichern. (mit dpa)

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