Atom-Streit mit Iran : Al Baradei beklagt "Verschlechterung" der Lage

IAEO-Generaldirektor Mohammed al Baradei hat erklärt, Iran verfüge "frühestens in drei bis acht Jahren" über Atomwaffen. Allerdings zeigte er sich besorgt darüber, dass Iran seine Kapazitäten zur Urananreicherung ausweitet.

Luxemburg - Baradei sieht eine "Verschlechterung" im Atomkonflikt mit Iran. Er teile allerdings die Auffassung von Experten, dass Teheran "frühestens in drei bis acht Jahren" über Atomwaffen verfügen könne, falls es das wirklich wolle. "Wir sehen eine Verschlechterung der Lage und wir bewegen uns auf eine Konfrontation zu", sagte Al Baradei am Rande einer internationalen Konferenz über die Gefahren der Weiterverbreitung von Atomwaffen.

Er zeigte sich "besorgt, dass Iran seine Kapazitäten zur Urananreicherung ausweitet und die IAEO derzeit keine Möglichkeit zu robusten Inspektionen hat". Der IAEO-Generaldirektor forderte erneut eine diplomatische Lösung des Konflikts.

Paris fasst neue Sanktionen ins Auge

Der französische Außenminister Bernard Kouchner fasst im Atomstreit den schnellen Beschluss neuer Sanktionen gegen Teheran ins Auge. "Noch hat Iran Zeit, seine mit der Urananreicherung verbundenen Tätigkeiten zu suspendieren", erklärte Kouchner in einem Kommuniqué. "Andernfalls bleibt uns nur die Wahl, im UN-Sicherheitsrat voranzugehen, wie es die Resolution 1747 vorsieht. Wenn das der Fall ist, wünsche ich, dass wir schnell neue Sanktionen annehmen, die Iran deutlich machen, dass sein eingeschlagener Weg unannehmbar ist und ihn nur in wachsende Isolierung führt." (tso/dpa)

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