Atomare Abrüstung : Nordkorea stellt wieder Bedingungen

Einen Tag nach der Zusage zur atomaren Abrüstung hat Nordkorea die Beendigung seines Atomwaffenprogramms von der Lieferung ziviler Kernreaktoren durch die USA abhängig gemacht.

Seoul (20.09.2005, 13:01 Uhr) - "Die USA sollten erst gar nicht davon träumen, dass die Volksrepublik (Nordkorea) vor der Bereitstellung von Leichtwasserreaktoren ihre atomare Abschreckung abbaut", hieß es am Dienstag in einer Erklärung des Außenministeriums in Pjöngjang. Das Land werde auch dann erst wieder wie zugesagt zum Atomsperrvertrag zurückkehren und internationale Atominspektionen zulassen.

Die jüngste Forderung Nordkoreas stellt die künftige Umsetzung der Vereinbarungen bei den Sechs-Länder-Gesprächen über das umstrittene nordkoreanische Atomprogramm in Frage. Nordkorea hatte sich in einer gemeinsamen Erklärung am Montag grundsätzlich zur Aufgabe all seiner Atomwaffen und Nuklearprogramme verpflichtet. Die Vereinbarungen in Peking gelten als ein Durchbruch in dem seit drei Jahren schwelenden Atomstreit. An den Verhandlungen nahmen neben Nordkorea, die USA, China, Südkorea, Japan und Russland teil.

Die USA wiesen die jüngste Forderung Nordkoreas zurück. «Das war offensichtlich nicht das Abkommen, das sie unterzeichnet haben,» sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Sean McCormack. Japans Außenminister Nobutaka Machimura kritisierte Nordkoreas Forderung nach Berichten der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo als «inakzeptabel». (tso/dpa)

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