Politik : Atombehördenchef kritisiert Israels Vorwürfe zum Iran

Wien/Teheran - Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), Mohammed al Baradei, hat die Kritik an seinem jüngsten Bericht zum Atomstreit mit dem Iran als politisch motiviert zurückgewiesen. Die Vorwürfe um angeblich zurückgehaltene Informationen entbehrten jeder Grundlage, sagte er am Montag zum Auftakt einer einwöchigen Sitzung des IAEO-Gouverneursrats in Wien. Der Iran pochte unterdessen auf sein Recht zur Nutzung der Atomenergie.

Al Baradei zeigte sich „bestürzt“ über die Vorwürfe aus Frankreich und Israel, er halte Dokumente über den militärischen Ansatz des iranischen Atomprogramms zurück. Solche Vorwürfe seien ein „Angriff“ auf die Unabhängigkeit und Objektivität der IAEO. Sie verstießen gegen die Statuten der Atomaufsichtsbehörde und müssten „auf der Stelle“ aufhören, sagte al Baradei. Zahlreiche Diplomaten waren jedoch skeptisch, ob es überhaupt Anhänge zu dem Bericht gibt.

In seiner Rede vor den 35 Mitgliedern des IAEO-Gouverneursrats rief al Baradei den Iran zu Kooperation im festgefahrenen Atomstreit auf. Es sei an Teheran, den Stillstand zu beenden. Der Iran setze sich über die Forderung nach einem Stopp seines Programms zur Urananreicherung hinweg und arbeite mit der IAEO nicht bei der Klärung offener Fragen zusammen, über die eine militärische Nutzung des Atomprogramms ausgeschlossen werden könnte.

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad sicherte der IAEO am Montag zwar die Kooperation seines Landes zu, schloss zugleich aber Gespräche über die „unbestreitbaren Rechte“ seines Landes auf ein Atomprogramm aus. „Unserer Ansicht nach ist die Atomfrage beantwortet“, sagte er in Teheran. Gespräche über Irans Atomprogramm mit der Sechsergruppe – den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates und Deutschland – lehnte er ab. „Unsere Position ist sehr klar – wir reden über die nukleare Frage nur mit der Internationalen Atomenergiebehörde“, sagte Ahmadinedschad.   

Unterdessen wurde bekannt, dass Venezuela dem Iran ab Oktober täglich 20 000 Barrel Benzin liefern will. Das Abkommen sei beim Besuch des venezolanischen Staatschefs Hugo Chavez in Teheran geschlossen worden.Wegen mangelnder Raffinerien leidet der ölreiche Iran unter Benzinmangel. AFP/dpa

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