Atomendlager Asse : Raus oder nicht raus

Obwohl das Bundesamt für Strahlenschutz den Atommüll aus der Asse herausholen will, überprüft sie nun noch einmal Möglichkeiten, den strahlenden Müll im Salzbergewerk zu lassen.

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Einblick in den Zustand des im Salzbergwerk Asse gelagerten Atommülls soll eine Probebohrung geben. Seit Juni wird eine Einlagerungskammer angebohrt.
Einblick in den Zustand des im Salzbergwerk Asse gelagerten Atommülls soll eine Probebohrung geben. Seit Juni wird eine...Foto: dapd

Die Rückholung der radioaktiven Abfälle aus dem Atommülllager Asse bleibe die „Vorzugsvariante“ zur Sanierung des einsturzgefährdeten Salzbergwerks, versichert das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). 2010 hatte ein Optionenvergleich des BfS ergeben, dass nur eine Bergung der Fässer die langfristige Sicherheit von Menschen und Umwelt gewährleisten kann. Doch die Zweifel an der technischen Machbarkeit und dem politischen Willen zur Räumung sind groß. BfS-Vizepräsidentin Stefanie Nöthel bestätigt nun, dass ihre Behörde auch die Auswirkungen eines Verbleibs der Fässer im Bergwerk prüft. Es werde untersucht, „ob die Schutzziele des Atomgesetzes auch bei einem Verbleib der radioaktiven Abfälle in der Anlage erreicht werden können“, sagte sie der „Braunschweiger Zeitung“. Es handle sich um eine „Konzeptskizze“, sagt BfS-Sprecher Werner Nording. Eine Abkehr von der Räumung sei das nicht. „Wir verfolgen konsequent die Rückholung“, sagt Nöthel. „Es gibt aber die Möglichkeit, dass sie nicht gelingt, oder dass es einen plötzlichen großen Wasserzutritt gibt.“ Unterdessen nähert sich die erste Probebohrung in eine Atommüllkammer dem Abschluss. Die Mauer vor dem Hohlraum ist 21,4 Meter tief durchbohrt – das Bauwerk ist etwa 22 Meter dick. Reimar Paul

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