Atomgespräche mit dem Iran : IAEA-Chef sucht langfristige Lösung in Teheran

Nach der Verlängerung des Interimsabkommen mit dem Iran bis zum 7.Juli: Yukiya Amano, Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), sucht in Teheran nach einer langfristigen Lösung.

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde Yukiya Amano (Mitte) verhandelte zuletzt in Wien und ist nun nach Teheran weitergereist.
Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde Yukiya Amano (Mitte) verhandelte zuletzt in Wien und ist nun nach Teheran...Foto: AFP

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Yukiya Amano, reist zu Gesprächen über das iranische Atomprogramm nach Teheran. Für Donnerstag seien dort Unterredungen mit dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani und weiteren Regierungsvertretern vorgesehen, bestätigte die UN-Behörde am Mittwoch in Wien. Iranischen Medien zufolge erhielt Amano eine entsprechende Einladung aus Teheran. Die amtliche Nachrichtenagentur Irna meldete, Amano werde sich neben Ruhani mit dem Vorsitzenden des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, Ali Schamkani, treffen.

Am Montag hatte sich Amano in Wien mit dem US-Außenminister John Kerry beraten. Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) führte ein Gespräch mit dem Japaner. Dieser suchte am Mittwoch überdies das Wiener Palais Coburg auf, wo die Atomverhandlungen mit dem Iran stattfinden.

Die 5+1-Gruppe (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) verhandelt seit rund zwei Jahren mit dem Iran. Am Dienstag entschieden die Verhandlungspartner, ihr Interimsabkommen um eine Woche bis zum 7. Juli zu verlängern, um mehr Zeit für die Gespräche über eine langfristige Lösung zu haben.

Das im November 2013 in Genf beschlossene Interimsabkommen wäre eigentlich in der Nacht zu Mittwoch ausgelaufen. In dem Abkommen hatte sich der Iran verpflichtet, verschärfte Kontrollen seiner Atomanlagen zuzulassen und sein Atomprogramm einzufrieren. Im Gegenzug wurden Teile der in dem Streit verhängten Sanktionen gelockert. Das Abkommen galt zunächst für sechs Monate, wurde aber wiederholt verlängert.

Für Streit sorgt unter anderem die Forderung der 5+1-Gruppe für Streit, den IAEA-Inspektoren auch Zugang zu iranischen Militäranlagen zu gewähren. Der Westen und insbesondere Israel verdächtigen den Iran, am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Teheran bestreitet das und pocht auf sein Recht auf eine friedliche Nutzung der Atomenergie. (AFP)

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