• Atomkonsens: Nächste Woche die Entscheidung - Letzte Verhandlungen über Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich

Politik : Atomkonsens: Nächste Woche die Entscheidung - Letzte Verhandlungen über Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich

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Der Atomkonsens soll in der nächsten Woche unter Dach und Fach gebracht werden. Wie der Tagesspiegel aus dem Kreis der Beteiligten erfuhr, peilen Bundesregierung und Stromkonzerne für die kommende Woche die entscheidende Spitzenrunde bei Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) an. Dort soll ausgehandelt werden, welche Strommenge die 19 deutschen Atomkraftwerke noch erzeugen dürfen. Außerdem will die Regierung erreichen, dass trotz der geplanten flexiblen Regelung ein festes Datum für die Abschaltung des letzten deutschen AKW gesetzt wird.

Dem Treffen vorangehen wird noch in dieser Woche ein Gespräch Schröders mit dem Chef des RWE-Konzerns, Dietmar Kuhnt, über den Sonderfall Mülheim-Kärlich. RWE besteht darauf, dass auch für dieses per Gerichtsbeschluß seit zwölf Jahren stillgelegte Atomkraftwerk eine theoretische Strommenge vereinbart wird, die der Konzern dann auf andere Reaktoren verteilen will. Auch auf Seiten der Stromfirmen werde diese Frage aber inzwischen als eine Art Privatangelegenheit der RWE bewertet, die den Konsens nicht blockieren dürfe, hieß es. In der Diskussion ist eine Strommenge für Mülheim-Kärlich, die einer Laufzeit dieses Reaktors von etwa zehn Jahren entspräche. Diese Strommenge käme dann noch zu den zwischen 2000 und 3000 Terrawattstunden (zwei bzw. drei Billionen Kilowattstunden), die derzeit als Verhandlungspositionen für den Konsens auf dem Tisch liegen. Als wahrscheinlich gilt eine Einigung irgendwo in der Mitte bei 2500 Terrawattstunden plus dem Mülheim-Zuschlag. Je nach Rechenmodell ergibt sich daraus eine Laufzeit pro AKW von 30 bis 35 Jahren. Unterschiedliche Jahreszahlen errechnen sich unter anderem dadurch, dass unterschiedliche Auslastungen oder Daten für den Betriebsbeginn in die Kalkulation eingesetzt werden. Die Grünen-Vertreter in der Regierung haben klar gemacht, dass ein Ergebnis deutlich über 30 Jahren in ihrer Partei nicht vermittelbar wäre.

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