Politik : Atomkonsens: Vom Einstieg bis zum Ausstieg: Die Nutzung der Kernenergie in Deutschland

1959: Das Gesetz über die friedliche Verwendung der Kernenergie und den Schutz gegen ihre Gefahren (Atomgesetz) wird zur Rechtsgrundlage für den Bau und den Betrieb von Kernkraftwerken.

Juni 1961: Das Versuchsatomkraftwerk Kahl speist zum ersten Mal in der Bundesrepublik Deutschland Strom in das Verbundnetz.

Mai 1966: Das erste Kernkraftwerk der DDR wird in Rheinsberg eingeschaltet.

Oktober 1968: Als erstes kommerzielles Kernkraftwerk der Bundesrepublik geht Obrigheim ans Netz.

1971: Beginn der Endlagerung radioaktiver Abfälle in Morsleben (DDR).

1974: In Biblis wird der weltweit erste 1200-Megawatt-Reaktorblock in Betrieb genommen. Erste Proteste der Anti-Atom-Bewegung.

Februar 1977: Das ehemalige Salzbergwerk Gorleben wird zum Endlager für radioaktiven Abfall bestimmt. Die Erkundungsarbeiten sind bis heute nicht abgeschlossen.

1979: Nach Massenprotesten wird der Bau einer Wiederaufbereitunganlage in Gorleben aufgegeben. Als Alternativstandort wird Wackersdorf bestimmt.

28. Februar 1981: Am Kernkraftwerk Brokdorf versammeln sich 100 000 Kernkraftgegner zu einer Demonstration.

Mai 1986: Am Pfingstwochenende besetzen Kernkraftgegner den Bauplatz der geplanten Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf. Es kommt zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, bei denen 300 Personen verletzt werden. Das Projekt wird im April 1989 aufgegeben.

Juni 1986: Bei einer Großdemonstration am Kernkraftwerk Brockdorf werden 230 Personen vorläufig festgenommen.

September 1988: Das Bundesverwaltungsgericht hebt die erste Teilgenehmigung für das Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich auf. Ein zehnjähriger Rechtsstreit endet mit der Bestätigung des Urteils.

Oktober 1998: SPD und Grüne vereinbaren den Ausstieg aus der Kernenergie.

15. Juni 2000: Rot-Grün und Energiewirtschaft erzielen eine Übereinkunft über die Stilllegung der Akws.

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