Atomkraftwerke : AKW Krümmel und Brünsbüttel bleiben vorerst abgeschaltet

Die beiden derzeit stillstehenden Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel bleiben mindestens bis Jahresende abgeschaltet. Seit Juni war es dort zu mehreren Störfällen gekommen.

Hamburg"In beiden Reaktoren hat es nach den Störfällen im Juni zahlreiche meldepflichtige Ereignisse gegeben, die wir weiter untersuchen", sagte die für Reaktoraufsicht zuständige Sozialministerin von Schleswig-Holstein, Gitta Trauernicht (SPD), dem "Hamburger Abendblatt". Mit abschließenden Ergebnissen sei frühestens Anfang 2008 zu rechnen. Trauernicht fügte hinzu: "Es kann möglicherweise aber auch viel länger dauern."

Ein Sprecher des Betreibers Vattenfall Europe erklärte, durch den Stillstand verschiebe sich der Termin für die endgültige Abschaltung des Reaktors von Frühjahr 2009 auf Ende 2009. Auch die Restlaufzeit des Atommeilers Krümmel verschiebe sich um mehrere Monate. Krümmel werde voraussichtlich im Jahr 2016 endgültig vom Netz gehen.

Ursprünglich wollte Vattenfall beide AKW bereits im Herbst wieder anfahren. Der Stillstand kostet den Energiekonzern jeden Tag rund eine Million Euro, wie das "Hamburger Abendblatt" weiter berichtete. Trauernicht will den Betreiber persönlich über die Verzögerung informieren. "Die Probleme mit den Dübeln in beiden Reaktoren sind größer als erwartet", sagte die Ministerin. In Brunsbüttel sei etwa die Hälfte der untersuchten Dübelverbindungen fehlerhaft. In Krümmel seien es je nach Dübelhersteller 20 bis 70 Prozent.

Krümmel war nach einem Störfall am 28. Juni vom Netz genommen worden, Brunsbüttel nach einer Pannenserie am 18. Juli. (mit ddp)

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