Atommüll : Atombranche für Alternative zu Gorleben

In der Debatte um die Endlagerung von Atommüll hat die Nuklearbranche die Untersuchung von Alternativen zum Salzstock Gorleben gefordert.

Gorleben/Wolfenbüttel - Die künftige Bundesregierung müsse für den Fall, dass Gorleben sich als ungeeignet erweise, vorbereitet sein, sagte der Chef der Gorleben-Betreiberfirma GNS, Holger Bröskamp, der „Frankfurter Rundschau“. Vorhandene Daten zu anderen möglichen Standorten müssten analysiert werden.

Bröskamp forderte jedoch auch, die Erkundung in Gorleben, die bereits 1,5 Milliarden Euro gekostet habe, wieder aufzunehmen. Bisher spreche nichts gegen die Eignung des Salzstocks. Jedoch müsse ebenso anerkannt werden, dass die Eignung noch nicht endgültig nachgewiesen sei. Die Aussage von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), Gorleben sei als Endlagerstandort tot, kritisierte Bröskamp scharf.

Unterdessen wird es nach monatelangem Tauziehen zwischen Bund und Ländern wohl keine Überprüfung der deutschen Atomaufsicht durch die Internationale Atomenergieorganisation in Wien (IAEO) geben. Einem „ Spiegel“-Bericht zufolge haben sowohl das CSU-geführte Bayern als auch das CDU-geführte Niedersachsen dem Umweltminister mitgeteilt, dass sie ein gemeinsames Vorgehen mit dem Bund in diesen Fragen weiterhin ablehnen. Gabriels Ministerium nannte das Verhalten der beiden Länder „inakzeptabel“ und „nicht nachvollziehbar“. Die Überprüfung sei von der IAEO „dringend“ empfohlen worden. AFP/ddp

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