Politik : Atommüll geht zurück nach Russland

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Dresden - Aus dem Kernforschungszentrum Dresden-Rossendorf werden rund 300 Kilogramm Atommüll nach Russland zurückgebracht. Nach Angaben der Polizei sollte das Material am frühen Montagmorgen zum Flughafen Dresden transportiert werden, um von dort mit einem russischen Spezialfrachtflugzeug nonstop nach Russland geflogen zu werden.

Rossendorf ist einer von 20 Forschungsreaktoren in 17 Ländern, die zum Einflussgebiet der ehemaligen Sowjetunion gehörten. Der dort noch vorhandene radioaktive Brennstoff soll gemäß einem internationalen Abkommen nach Russland zurückgebracht werden.

Der Transport wird nach Polizeiangaben von der russischen Atomenergiebehörde Rosatom und der Internationalen Atomenergieorganisation IAEO kontrolliert. Bisher sind elf solcher Flüge aus verschiedenen Ländern mit Zustimmung von Rosatom nach Russland gegangen. Für Rossendorf soll es der erste und einzige sein. Zwei Drittel der Fracht sind hoch angereichertes Uran. In der Aufbereitungsanlage in Podolsk bei Moskau sollen die Brennelemente in niedrig angereichertes Material verwandelt werden. Nach Rückführung der Stäbe verbleiben noch etwa 4,5 Tonnen Uran in natürlicher Zusammensetzung, eine kleine Menge abgereichertes Uran sowie 9,7 Gramm Plutonium in Rossendorf. 2011 soll die Anlage geräumt sein. Der Verein für Kernverfahrenstechnik und Analytik (VKTA) soll die Anlage von atomaren Altlasten befreien.

Die Brennstäbe und sogenannten Pellets sollten in 18 Spezialbehältern zum Flughafen Dresden gebracht werden. Die Aktion kostet das Land etwa eine Million Euro. Derzeit gibt Sachsen für die Bewachung 92 000 Euro pro Monat aus. dpa

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