Atomstreit : Al Baradei warnt vor drohender Eskalation

Der Chef der Atombehörde IAEO, Mohammed al Baradei, sieht eine offene Konfrontation im Atomstreit mit dem Iran aufziehen, die mit allen diplomatischen Mitteln verhindert werden müsse.

Al Baradei
IAEO-Generaldirektor Mohammed al Baradei.Foto: AFP

WienDer Atomstreit mit dem Iran steuert nach Meinung des Chefs der Atombehörde IAEO auf eine offene Konfrontation zu, die mit diplomatischen Mitteln verhindert werden muss. Dialog und Diplomatie seien "letztlich die einzigen Mittel, die Verhandlungslösung herbeizuführen, die die jüngsten Resolutionen des Weltsicherheitsrates vorsehen", betonte IAEO-Generaldirektor Mohammed al Baradei zum Auftakt der Gouverneursratssitzung in Wien.

Nach seinen Angaben hat Teheran in den vergangenen Monaten die beiden UN-Resolutionen ignoriert, in denen das Land zur Aussetzung der Urananreicherung und zum Baustopp eines Schwerwasser-Reaktors bei Arak aufgefordert wurde. Teheran wird verdächtigt, den Besitz von Atomwaffen anzustreben. Die iranische Regierung hat dies jedoch stets bestritten.

Neue Gespräche zwischen EU und Iran

Heute Morgen trafen Unterhändler des Irans und der EU in Wien zusammen, um nach einem Weg zur Beendigung des jahrelangen Atomstreits mit Teheran zu suchen. Der iranische Atomunterhändler Javad Vaidi und EU-Unterhändler Robert Cooper wollten ein erneutes Gespräch zwischen dem iranischen Chefunterhändler Ali Laridschani und dem EU-Chefdiplomaten Javier Solana vorbereiten. Beide hatten bei einem Treffen Ende Mai in Madrid nach eigenen Angaben "Fortschritte" auf dem Weg zur Beilegung des Konflikts erzielt. Vaidi wird in Wien später mit dem Vize-Direktor der IAEO, Olli Heinonen, zusammentreffen. (mit dpa)

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