Atomstreit : China lehnt schärfere Sanktionen gegen Iran ab

Peking setzt im Atomstreit mit Iran weiter auf eine diplomatischen Lösung. Das sei "der beste Weg", sagte Außenamtssprecher Liu Jianchao während eines Besuches von Israels Außenministerin Zipi Liwni in China.

Peking/Moskau/Teheran Iran suche derzeit selbst das Gespräch, sagte Jianchao. "Deswegen sollten wir nicht Sanktionen verhängen, die die Situation verschärfen könnten." Nach ihren Gesprächen mit Ministerpräsident Wen Jiabao und Außenminister Yang Jichi bekräftigte Liwni ihre Forderung nach einem schärferen Vorgehen gegen Teheran. "Wir glauben, dass sich die Welt ein nukleares Iran nicht leisten kann."

Im Streit um das iranische Atomprogramm reiste der russische Außenminister Sergej Lawrow unterdessen zu einem Besuch nach Teheran. Dort wollte er auch mit Präsident Mahmud Ahmadinedschad zusammentreffen, sagte Lawrow vor seiner Abreise in Moskau. Lawrow will auch Fragen zur Fertigstellung des von Russland gebauten Atomkraftwerks in Buschehr erörtern. Moskau hatte die Lieferung von Kernbrennstäben für den ersten iranischen Atomreaktor an eine lückenlose Überwachung seitens der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) geknüpft.

Präsident Wladimir Putin sicherte bei seinem Besuch in Teheran Mitte Oktober ohne Nennung eines Termins zu, dass russische Firmen den Reaktor in Buschehr zu Ende bauen. Angesichts des wachsenden Drucks der USA auf Teheran warnte Putin vor härteren Iran-Sanktionen. Der Westen wirft der Führung in Teheran vor, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung heimlich die Entwicklung von Atomwaffen zu verfolgen. Iran hat das stets bestritten.

Ahmadinedschad betonte, auch die jüngsten, von den USA wegen des Atomstreits gegen sein Land verhängten Sanktionen würden keinen Erfolg haben. Die USA hatten im Alleingang vergangene Woche die weitreichendsten Sanktionen gegen Iran seit der islamischen Revolution vor fast 30 Jahren verhängt. (mit dpa)

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